Trauer um Günter Richlitzki (02.07.1929-15.04.2010)

Wir trauern um Günter Richlitzki, Sozialdemokrat seit März 1948, bis zur Auflösung der Ostberliner Bezirksverbände der SPD im Jahr 1961 in Friedrichshain, nach 1989 in der Lichtenberger SPD aktiv.
Außerordentlich engagiert war Günter Richlitzki. Und ein Freund klarer Worte und radikaler Zuspitzung. Im August 1961 stand er, der langjährige Abteilungsvorsitzende und stellvertretende Friedrichshainer Kreisvorsitzende in der Verantwortung, das Kreisbüro der SPD aufzulösen. Schwer fiel ihm das. Und zugleich wusste er: „Die Einstellung der Arbeit in Ostberlin mit der Entlassung der Mitglieder aus allen Rechten und Pflichten gegenüber der Partei war die einzige Möglichkeit, um unsere Mitglieder zu schützen. Wer das immer noch nicht begriffen hat, ist einfach dumm.“
Seine Erfahrungen mit der SED in dieser Zeit begründeten seine lebenslange Ablehnung von Regierungsbündnissen zwischen SPD und Linkspartei. Wütende Briefe schrieb er an alle, die solche Bündnisse nicht ausschließen wollten, an Andrea Ypsilanti genauso wie an manche Parteivorsitzende und Verantwortungsträger. Trotz einiger Enttäuschungen hielt er der SPD die Treue und prägte mit seiner Lebendigkeit und Polemik bis in den März dieses Jahres die Arbeit unserer Abteilung IV. Er wird uns sehr fehlen.

Guenther Richlitzki
Foto: Rolf Martinek