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Pressemitteilung: Bezirksbürgermeisterin fordert: Freizug der Sporthallen Darßer Straße und Wollenberger Straße vor Wintereinbruch!

In den vergangen Tagen informierte das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF), dass die in Sporthallen untergebrachten Geflüchteten nicht wie ursprünglich angekündigt in die neuen Tempohomes umziehen können.

Das Bezirksamt Lichtenberg fordert den Senat dringend auf, den Freizug der Lichtenberger Sporthallen Darßer Straße und Wollenberger Straße vor dem Wintereinbruch umzusetzen. Derzeit leben Geflüchtete unter unwürdigen Bedingungen in Sporthallen, während unmittelbar daneben ein fertiges Tempohome leer steht. Dieser Zustand ist untragbar.

Bezirksbürgermeisterin Birgit Monteiro (SPD):
„Es ist schwer nachvollziehbar, dass wir es im vergangenen Jahr innerhalb weniger Tage geschafft haben, Unterkünfte für tausende Menschen zu organisieren, nun aber die landeseigenen Tempohomes ungenutzt herumstehen lassen. Ich fordere den aktuellen Senat auf, seiner noch immer bestehenden Verantwortung nachzukommen. Es muss ein Weg gefunden werden, in den leer stehenden Tempohomes noch in diesem Jahr Geflüchtete unterzubringen. Es darf nicht sein, dass Menschen in Sporthallen leben müssen, weil man auf den neuen Senat wartet und sich bis dahin mit Entscheidungen zurückhält. Das ist absolut inakzeptabel und konterkariert alles, was andernorts für die Integration von Geflüchteten und die Bewahrung des sozialen Friedens geleistet wird.“

Diese Forderung des Bezirksamtes wurde mehrfach an das LAF und den Senat herangetragen, ohne dass bisher eine Wirkung erkennbar ist.

Hintergrund:
Seit Winterbeginn 2015 werden Geflüchtete in den Sporthallen Darßer Straße und Wollenberger Straße untergebracht. Von Beginn an hat der Senat deutlich gemacht, dass dieser Zustand schnellstmöglich beendet werden soll. Der Bau der Tempohomes war von Anfang an mit der Zusage verbunden, dass nach ihrer Fertigstellung die Sporthallen wieder freigezogen werden. Als dafür angestrebtes Datum wurde zuerst der September 2016 genannt. Dann der 18. November 2016. Nun heißt es nicht vor Ende Januar 2017.

Weitere Informationen
Bezirksamt Lichtenberg von Berlin
Bezirksbürgermeisterin
Birgit Monteiro
Telefon: (030) 90296 3000
E-Mail: birgit.monteiro@lichtenberg.berlin.de

Rat der Bürgermeister*innen fordert einen Zeit- und Maßnahmeplan

Der Rat der Bürgermeister*innen (RdB) ist heute meinem Antrag gefolgt und hat den Senat aufgefordert, bis zum 24. März 2016 dem RdB einen Zeit- und Maßnahmeplan für die Errichtung der sog. „Modularen Unterkünfte für Flüchtlinge“ (MUF) und Containerstandorte für geflüchtete Menschen vorzulegen. Darin sollen auch die notwendigen Entscheidungsschritte und die Beteiligung der Bezirke dargestellt werden. Dieser Plan wird laufend angepasst und weiterentwickelt werden müssen, aber er ist aus mindestens zwei Gründen enorm wichtig:

  1. Um die Bürgerinnen und Bürger umfassend informieren und einbeziehen zu können.
  2. Um endlich mit der adressgenauen Planung der notwendigen Folgeinfrastruktur, wie Schulen, Kitas, Sport- und Kultureinrichtungen u.v.m. beginnen zu können.

Arbeit und Beschäftigung in Lichtenberg

Wie beschäftigt sich das Bezirksamt eigentlich mit dem Thema Arbeit?

Was macht das Bezirksamt als Arbeitgeber aus?

Was wird von Seiten des Bezirksamtes getan, um die vorhandenen Arbeitsplätze in Lichtenberg zu sichern und um mehr Arbeitsplätze zu schaffen?

Ich habe mir diese Fragen zum Anlass genommen, einmal ausführlich das Thema Arbeit aus Sicht des Bezirkes darzulegen.

Viele Menschen denken beim Thema Arbeit zuerst an Arbeitslosigkeit. Da geht es Lichtenberg so gut wie seit den frühen 1990er Jahren nicht mehr:

Arbeitslosenzahlen
Die grüne Linie gehört zu Lichtenberg, die blaue Linie zu Berlin. Seit 2011 liegen wir unterhalb der Berliner Arbeitslosenquote – und der Abstand wird immer größer. Die Quote sieht im historischen Verlauf gut aus. So waren zum Jahresende 2015 im Bezirk lediglich 9,1 Prozent Menschen ohne Arbeit. Trotzdem bedeutet dieser Erfolg, dass knapp ein Zehntel der arbeitsfähigen Menschen in Lichtenberg arbeitslos ist. Das sind immer noch viel zu viele. Vor allem diejenigen bleiben auf der Strecke, die gering qualifiziert sind oder deren Ausbildung auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr gefragt ist. Außerdem gibt es Menschen, die zwar arbeiten möchten, es aus unterschiedlichen Gründen aber nicht können oder gar dürfen – und somit auch nicht in der Statistik vorkommen.

Und während die Arbeitslosenquote so gering ist wie seit Jahrzehnten nicht mehr, fällt es den Unternehmen immer schwerer, qualifiziertes Personal zu finden. Am Ende dieses Beitrages finden Sie deshalb eine Aufstellung von offenen Stellen hier in Lichtenberg, die mir Lichtenberger Unternehmen zugesandt haben. Hierbei zeigt sich: Qualifizierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können gerade in technischen Berufen oft schnell eine neue Arbeit finden.

Und auch das Bezirksamt selbst ist ein starker und attraktiver Arbeitgeber. Wir sind mit rund 2.000 Beschäftigten eines der größten „Unternehmen“ im Bezirk. Nur die BVG beschäftigt auf ihren Lichtenberger Betriebshöfen noch mehr Menschen. Bei uns arbeitet vorwiegend Verwaltungspersonal, aber wir beschäftigen auch Menschen in medizinischen, technischen und sozialen Berufen. Dazu kommen IT-Fachkräfte, Bibliothekare/-innen, Gärtner/-innen und Schulhausmeister/-innen – ein breit gefächertes Berufsspektrum, damit wir all unsere vielfältigen Aufgaben erfüllen können. Dementsprechend finden Sie in der Liste der Stellenangebote auch einige Ausschreibungen des Bezirksamtes. Weiterlesen

Pressemitteilung: Containerquartiere und Modulare Unterkünfte für Flüchtlinge sollen Unterbringung in Sporthallen und ähnliche Notlösungen ersetzen

Der Senat hat am vergangenen Dienstag seine Vorschläge für die zukünftigen Standorte der Modularen Unterkünfte für Flüchtlinge (MUF) und der sog. Containerquartiere veröffentlicht.

Für Lichtenberg werden folgende Standorte für MUF genannt:

  • Am Breiten Luch 1-3
  • Wartenberger Straße 120
  • Zobtener Straße (nördlich Nr. 61)
  • Konrad-Wolf-Straße 33/34
  • Hagenower Ring (nördlich 16-22)
  • Seehausener Straße 33, 35, 37, 39

Für die Errichtung der MUF wird mit einer Bauzeit von 48 Wochen gerechnet.

An folgenden Standorten sollen nach Planung des Senats sog. Containerquartiere entstehen:

  • Darßer Straße 101 (nur im Tausch gegen den Freizug den Sporthalle Darßer Straße 97)
  • Alt-Friedrichsfelde 60
  • Wollenberger Straße 1

Der Bau der Containerquartiere soll nach bisherigen Informationen bis Ende Mai bzw. Juni 2016 erfolgen.

Das Bezirksamt Lichtenberg hält die genannten Standorte aus baulicher Sicht für geeignet. Der Bezirk Lichtenberg wird nun mit dem Senat insbesondere über eine Entlastung Hohenschönhausens weiter verhandeln. Dabei werden wir auch klären, ob einzelne Standorte für die Errichtung notwendiger Infrastruktureinrichtungen genutzt werden können. Wesentlich dafür ist eine Gesamtschau aller im Bezirk Lichtenberg untergebrachten Flüchtlinge und des sich daraus ergebende Gesamtbedarfes an Schulen, Kitas, Kultur- und Sporteinrichtungen. Das Bezirksamt wird gemeinsam mit dem Senat zu Anwohnerinformationsveranstaltungen einladen, sobald eine endgültige Entscheidung und der entsprechende Zeitplan für die einzelnen Standorte vorliegen.

Bezirksbürgermeisterin Birgit Monteiro (SPD): „Ich nehme den Senat mit seiner Ankündigung beim Wort, eine gerechte Gesamtverteilung der unterzubringenden Menschen berlinweit anzustreben. Die neuen Einrichtungen werden eine menschengerechte Unterbringung geflüchteter Menschen ermöglichen und sollen die Belegung von Sporthallen und andere Notlösungen zukünftig ersetzen. Ab sofort geht es in Lichtenberg darum, gemeinsam mit dem Senat die notwendige Folgeinfastruktur wie Schulen, Kitas, Kultur- und Sporteinrichtungen adressscharf zu planen und kurzfristig zu realisieren. Bereits jetzt hat der Senat die Einrichtung eines Integrationsmanagements für die Großsiedlung Hohenschönhausen zugesagt. Außerdem wurde die Zahl der Integrationslotsen aufgestockt. Vom Masterplan Integration, der vom Senat für März angekündigt wurde, erwarte ich dringend weitere konkrete Infrastruktur- und Unterstützungsmaßnahmen für alle Menschen in Lichtenberg.“

Die Pressemitteilung zum Herunterladen finden Sie hier: Hier klicken!

Lieber Senat!

Lieber Senat!

Du möchtest geflüchtete Menschen unterbringen? Das wollen wir Bezirke auch. Ich hoffe, dass die Beschlagnahmung von Sporthallen dabei nicht zum Fetisch wird, sondern dass es eigentlich um die kurzfristige Schaffung von Unterbringungskapazitäten geht.

Ich schlage deshalb vor, dass sich alle Senatsmitglieder und alle Bezirkbürgermeister_innen sehr schnell zusammensetzen und nicht eher auseinander gehen, bis wir gemeinsam eine Liste von Unterkünften erstellt haben, die die Unterbringung geflüchteter Menschen bis zum 31.12.15 (und in der Folge darüber hinaus) sichert. Bei dieser Liste wird auch die eine oder andere Sporthalle dabei sein, vor allem aber muss es um die schnellstmögliche Ertüchtigung ALLER anderen geeigneten Objekte gehen.

Bei dieser Gelegenheit sollten wir auch gleich die anderen „Kleinigkeiten“ klären, wie das Konzept zur gesundheitlichen Erstversorgung und all das, was in den Bezirken ab dem Moment der Unterbringung geflüchteter Menschen notwendig ist: Kita- und Schulplätze, medizinische und sozial-kulturelle Infrastruktur, Arbeit und Beschäftigung, Wohnen und Anbindung an den ÖPNV, mehr Personal…

Ich bin dazu sehr gern bereit und gespannt, wann dieser dringend notwendige Termin stattfindet…

Lassen Sie uns Lichtenberger Vorbild sein!

Liebe Lichtenbergerinnen und Lichtenberger,

wenn ich in den vergangenen Tagen und Wochen die Nachrichten im Fernsehen gesehen, die Zeitung aufgeschlagen, Meldungen auf Facebook oder Twitter verfolgt habe: das Thema Flüchtlinge war ganz nah. Auch in Gesprächen mit meiner Familie oder Freunden. Sicher ist es Ihnen ähnlich ergangen. Es ist das Thema des Jahres. In Europa, in Deutschland, in Berlin und auch hier bei uns in Lichtenberg.  Spätestens seit wir sehr kurzfristig die Notunterkunft in Karlshorst eröffnet haben, hat dieses Thema in unserem Bezirk eine neue Dimension erreicht. Und – so viel sei schon vorab gesagt: In Zukunft wird es noch weitere Flüchtlingsunterkünfte in Lichtenberg geben!
Menschen verlassen ihre Heimat nicht aus Jux und Tollerei. Sie fliehen vor Krieg, Zerstörung oder Verfolgung, haben oftmals alles verloren, konnten nur retten, was sie am Leibe tragen. Meine Mutter war 1945 selbst ein Flüchtlingskind. Die traumatischen Erfahrungen dieser Zeit wird sie nie vergessen. Und sie wirken in mein politisches Handeln bis heute hinein.
In den letzten Wochen hat sich die öffentliche Debatte zu dem Thema erfreulich verändert: Die Lautesten und Sichtbarsten sind heute diejenigen, die den Ankommenden ein aufmunterndes „Willkommen“ entgegenrufen und zugleich mit anpacken. So wie die Menschen am Münchener Hauptbahnhof, in der Notunterkunft in Karlshorst, im Containerdorf Falkenberg und an vielen anderen Orten.
Willkommenskultur ist keine Phrase. Viele Menschen leben sie bereits: Sie stellen Liegen auf, begleiten Flüchtlinge bei Amtsbesuchen, spenden Dinge, die dringend gebraucht werden, und organisieren mit Hilfe von Unternehmen und Vereinen, was noch fehlt. Die vielen Spenden wiederum haben weitere engagierte Helferinnen und Helfer auf den Plan gerufen. Diese haben beispielsweise über Tage hinweg Kleidung sortiert und Ordnung in das Chaos gebracht. In den vergangenen Wochen hat sich so ein Netzwerk von engagierten Menschen etabliert, die dauerhaft den Neuankömmlingen in Lichtenberg helfen. Meine Mitarbeiterin für Flüchtlingsfragen, Irina Plat, (zu erreichen unter fluechtlinge@lichtenberg.berlin.de) bekommt täglich Hilfsangebote, die sie weitervermittelt.

Momentan kommen die Menschen über Ungarn und Österreich vor allem zu uns. Trotz der vorübergehenden Grenzkontrollen werden die Menschen nicht aufgeben oder sogar wieder umdrehen. Von Süden aus werden die Ankommenden auf das ganze Bundesgebiet verteilt. Auch nach Berlin. In Lichtenberg haben wir jüngst die Unterkünfte in Karlshorst und Falkenberg eröffnet und sie binnen weniger Tage bis an die Kapazitätsgrenze gefüllt. Einige der vorhandenen Unterkünfte werden ausgebaut, andere eröffnen demnächst. Anfang September habe ich erfahren, dass auf dem ehemaligen MfS Gelände in der Ruschestraße Platz für mehrere hundert Flüchtlinge geschaffen wird. Zuvor müssen allerdings zahlreiche gravierende bauliche Mängel und Sicherheitslücken behoben werden. Ende September wird die Unterkunft voraussichtlich bezogen. Dazu wird es zeitnah eine Anwohnerversammlung geben, zu der ich einlade, sobald das Land Berlin einen Betreiber gefunden und den Termin für den Belegungsbeginn benannt hat.
Ich kann Ihnen nicht versprechen, dass es nach dem Bezug der Ruschestraße keine weiteren Flüchtlingsunterkünfte in Lichtenberg geben wird. Wir alle wissen nicht, wie viele Flüchtlinge noch unterwegs nach Deutschland sind. Außergewöhnliche Situationen erfordern außergewöhnliche Maßnahmen.
Von der Europäischen Union und vom Bund erwarte ich ein Gesamtkonzept dazu, wie heute und in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten mit den Flüchtlingen umgegangen werden soll. Wir als Bezirk Lichtenberg brauchen außerdem die Unterstützung des Landes. Es müssen ausreichend Schul- und Kitaplätze sowie Wohnraum bereitgestellt, der Öffentliche Personennahverkehr erweitert, die medizinische und sozio-kulturelle Versorgung sowie die berufliche Ausbildung und Integration in den Arbeitsmarkt gesichert werden. Alle Fragen der Infrastruktur betreffen Einheimische und Flüchtlinge gleichermaßen und drängen deshalb besonders. Wer diese Frage nicht kurzfristig und spürbar beantwortet, gefährdet den sozialen Frieden.
Sie und ich, wir alle müssen uns entscheiden, wie wir mit der entstandenen Situation umgehen wollen. Bei aller Ungewissheit und auch berechtigter Sorgen sollte meiner Meinung nach vor allem Menschlichkeit, Hilfsbereitschaft und Solidarität unser Handeln bestimmen.
Und natürlich müssen auch Politik und Verwaltung ihre Hausaufgaben machen und das Machbare gut strukturiert und unter Einbeziehung des überwältigenden Bürgerengagements organisatorisch auf die Reihe bekommen.

Lassen Sie uns mit der Situation positiv umgehen. Lassen Sie uns Lichtenberger Vorbild sein! Gehen wir offen auf die Menschen zu und integrieren sie in unsere Gemeinschaft! Das hilft uns gleichzeitig, vorhandene Missstände zu beseitigen und einen echten Mehrwert für unsere Gesellschaft zu schaffen. Flüchtlinge, die arbeiten, sind Menschen, die in unsere Sozialsysteme einzahlen! Sie zahlen Steuern, geben ihr Einkommen auch wieder aus und kurbeln so unsere Wirtschaft an. Flüchtlinge im Sportverein steigern die Mitgliedszahlen und sichern die Zukunft der Vereine. Flüchtlinge mit Kindern wirken der Überalterung entgegen und bezahlen unsere Rente. Das alles funktioniert aber nur, wenn wir sie mitmachen lassen und ihnen die Möglichkeit geben, zu arbeiten.

Die letzten Wochen geben mir hier große Hoffnung. In Karlshorst und Falkenberg wurden die Neu-Lichtenberger willkommen geheißen. Bis heute hält die Bereitschaft der Alt-Eingesessenen an, sich um ihre neuen Nachbarn zu kümmern. An den Wochenenden gibt es unter anderem Konzerte der jungen Philharmoniker und anderer Künstler in der Karlshorster Unterkunft. Bei solchen Aktionen zeigt sich immer wieder die große Dankbarkeit der Bewohner. Das alles erzeugt eine positive Grundstimmung, die alle motiviert, weiter mit anzupacken. Die Flüchtlinge wollen vor allem Deutsch lernen und arbeiten, niemandem mehr auf der Tasche liegen. Sie drängen danach, sich einzubringen und ihre weitere Zukunft aktiv zu gestalten. Lassen Sie uns ihnen gemeinsam dabei helfen!

Mein Newsletter für September ist erschienen

Die neueste Ausgabe meines Newsletters steht zum Herunterladen bereit. Einfach hier klicken (PDF)!

Den Newsletter können Sie gerne an andere Interessierte weitergeben.

Falls Sie den Newsletter künftig bequem per Mail zugesandt haben möchten, können Sie einfach eine Nachricht an bezirksbuergermeisterin@lichtenberg.berlin.de schicken.

Viel Spaß beim Lesen!

Aktuelle Informationen zur Flüchtlingsunterkunft Karlshorst

Sehr geehrte Karlshorsterinnen und Karlshorster, liebe Kleingärtnerinnen und Kleingärtner,

Karlshorst ist in den letzten Wochen um knapp 1.000 Einwohner gewachsen, darunter 300 Kinder. Sie leben in der vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) betriebenen Flüchtlingsunterkunft in der Köpenicker Allee 146 – 162.

Der Standort bietet ausreichend Platz und befindet sich in einem guten baulichen Zustand. Er soll als Erstaufnahmeeinrichtung und Gemeinschaftsunterkunft zur längerfristigen Unterbringung von Geflüchteten entwickelt werden.

Die aktuellen Entwicklungen der Berliner Flüchtlingszahlen haben aber die Idee eines planvollen Ausbaus der Einrichtung, wie sie in der Bürgerversammlung am 5. August 2015 in der Kirche der Paul-Gerhardt-Gemeinde erläutert wurde, überholt. Die Überlastung der zentralen Aufnahmestelle des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) in Moabit hat den Senat zur Beschlagnahme des Geländes gezwungen.

Seit dem 7. August wurden täglich alle nicht versorgten Flüchtlinge in Bussen nach Karlshorst gebracht. Binnen weniger Tage wurde die Einrichtung auf diese Weise mit fast 1.000 Flüchtlingen belegt. So hatten die Menschen ein Dach über dem Kopf und mussten nicht mit ihren Kindern unter freiem Himmel campieren.

Weil hunderte Karlshorsterinnen und Karlshorster mit Menschen aus der ganzen Stadt vom ersten Tag viele notwendige Dinge gespendet und in der Unterkunft selbst mit angepackt haben, hat das funktioniert. Ehrenamtliche Helfer des DRK und viel andere haben Betten aufgebaut, Spenden sortiert, haben Arztbesuche koordiniert, waren Ansprechpartner und Begleiter für Flüchtlinge und vieles mehr. Hier hat sich eine Welle der persönlichen Hilfsbereitschaft gezeigt, die es bisher meines Wissens in keiner anderen Unterkunft Deutschlands gegeben hat und die bis heute anhält. Ich bin deshalb sehr dankbar, in diesem Bezirk Verantwortung tragen zu dürfen.

Mit zunehmender Betriebsdauer der Unterkunft professionalisieren sich die Strukturen. Das DRK ersetzt derzeit seine ehrenamtlichen Einsatzkräfte durch fest angestellte, hauptamtliche Mitarbeiter. Diese sind für die Unterkunft zuständig und organisieren die Abläufe darin.

Das Bezirksamt organisiert den Schulbesuch der Kinder und die Einschulungsuntersuchung. Wir fordern dabei vom Senat, uns zu unterstützen, zusätzliche Räumlichkeiten zu schaffen und Lehrkräfte für die Willkommensklassen zu gewinnen. Unsere jetzigen Kapazitäten reichen dafür nicht aus.

In der Köpenicker Allee werden Flüchtlinge für viele Jahre untergebracht sein. Unsere Forderung an den Senat ist es, dass ein integrierter Campus entsteht, der viele Funktionen für die Geflüchteten und auch für das Miteinander im Kiez vereint.

Wir wissen, dass nicht alle Karlshorsterinnen und Karlshorster die neue Unterkunft begrüßen. Die Kriege und Krisen rücken näher an uns heran, Flüchtlinge und Unterkünfte sind sehr real und werden uns eine lange Zeit begleiten.

Wir müssen uns entscheiden, wie wir mit der entstandenen Situation umgehen.

Bitte gehen Sie in sich und überlegen Sie, wie Sie die nächsten Jahre ganz persönlich mit Ihren neuen Nachbarn umgehen möchten. Wir alle brauchen gute, funktionierende Nachbarschaften. Dazu gehören beide Seiten. Die Flüchtlinge, die sich an hiesige Gepflogenheiten gewöhnen und die Einheimischen, die offen und vorurteilsfrei auf sie zugehen und nicht alle entstehenden Probleme den Bewohnern der Unterkunft zuschreiben.

Bitte überlegen Sie sich auch, welche Bilder von Karlshorst Sie in der Öffentlichkeit sehen wollen. Das jetzige Bild ist das einer hingebungsvollen Nachbarschaft, die sich um die neuen Karlshorsterinnen und Karlhorster kümmert, die spendet, die sich einsetzt, die den Menschen zum ersten Mal seit Monaten der Flucht Nächstenliebe entgegenbringt.

Das Bezirksamt ist bemüht, bestmöglich zu informieren und die Zusammenarbeit aller Akteure zu erleichtern. Aber unsere Pressemitteilungen werden nicht von jeder Zeitung veröffentlicht und nicht jede Zeitung wird von allen gelesen. Nicht jeder ist bei Facebook oder schaut täglich auf die Internetseiten des Bezirksamtes. Daher haben wir uns entschlossen, diesen Brief an alle Bewohnerinnen und Bewohner Karlshorsts im weiteren Umfeld der Unterkunft zu senden und bitten Sie um Weitergabe der Information.

Um weiter im Gespräch zu bleiben lade ich Sie zu einer

Bürgerinformationsveranstaltung

am Mittwoch, dem 30. September 2015, 19.00 Uhr,

Kirche der Paul-Gerhardt Gemeinde, 
Weseler Straße 6

ein.

Wenn Sie helfen möchten, schauen Sie bitte im Internet unter nuk.lichtenberg-hilft.de. Hier finden Sie die aktuellen Bedarfe. Die Seite wird von den engagierten Helfern aus Karlshorst betrieben.

Falls Sie auch für die anderen Flüchtlingsunterkünfte in Lichtenberg spenden möchten, finden Sie eine laufend aktualisierte Bedarfsliste in dem Spendenmelder unserer Integrationsbeauftragten:
http://www.berlin.de/ba-lichtenberg/politik-und-verwaltung/beauftragte/integration/artikel.352224.php

Für einen Spielpark sammelt das DRK (Tel.-Hotline 50 38 07 97) unter:

DRK Kreisverband Müggelspree e.V.
Bank für Sozialwirtschaft (BFS)
IBAN DE86100205000003267606
BIC BFSWDE33BER
Stichwort: „Notunterkunft Karlshorst“

Das Bezirksamt erreichen Sie: Tel.: 90296 3907 / 3596 / E-Mail: fluechtlinge@lichtenberg.berlin.de.

Unsere aktuellen Pressemitteilungen finden Sie unter
http://www.berlin.de/ba-lichtenberg/aktuelles/pressemitteilungen/

Hier haben wir außerdem eine umfassende Informationsbroschüre über Flüchtlinge in Lichtenberg erstellt, die laufend aktualisiert wird, und die Sie sich hier herunterladen können:

http://www.berlin.de/ba-lichtenberg/politik-und-verwaltung/beauftragte/integration/broschuere_fluechtlinge_lichtenberg.pdf

Mit freundlichem Gruß

Birgit Monteiro