Preis für das Ehrenamt 2010 – Laudatio für Michael Schröder

Wie bereits in den vergangenen Jahren verlieh die SPD Lichtenberg gemeinsam mit der Fraktion der SPD in der Bezirksverordnetenversammlung wieder drei Ehrenamtspreise an engagierte Lichtenberger. Mit diesen Preisen wird besonderer, langjähriger Einsatz im ehrenamtlichen Bereich in unserem Bezirk geehrt.

Die Preisträger sind:

  • Jochen Reischauer – für seine Arbeit im Heinrich-Grüber-Zentrum der evangelischen Kirchgemeinde Hohenschönhausen Nord, dabei insbesondere für die Betreuung von Menschen, die durch die Justiz zur Sozialarbeit verpflichtet wurden
  • Peter Habeck – für sein vielfältiges Engagement in mehreren Vereinen in Hohenschönhausen insbesondere im Förderverein des Barnim-Gymnasiums und bei Kietz für Kids – Freizeitsport e.V.
  • Michael Schröder – für seine Tätigkeit als Handballtrainer im Kinder- und Jugendbereich des SC Borussia Friedrichsfelde e.V.

Laudatio Für Michael Schröder

Meine Damen und Herren,
ich freue mich sehr, Ihnen den zweiten Preisträger des heutigen Abends vorstellen zu können.

Michael Schröder

  • Jahrgang 1957
  • seit 2004 Handballtrainer beim SC Borussia Friedrichsfelde
  • Er trainiert die Minis, d.h. die 6 und 7 jährigen Jungen und Mädchen und die D-Jugend , die 10-11 jährigen Jungen
  • Er begleitet seine Mannschaften zum Punktspielbetrieb
  • organisiert Kinder- und Jugendturniere, Trainingslagerfahrten
  • Hausmann
  • gebürtiger Magdeburger
  • Lichtenberger seit 1981

Die Fraktion und der Kreisverband der SPD-Lichtenberg ehren heute Michael Schröder stellvertretend für die Abteilung Handball von Borussia Friedrichsfelde, die sich in den letzten Jahren aufgrund ehrenamtlichen Engagements sehr positiv entwickelt hat.

Wie wird man Trainer – wie wurde Michael Schröder Trainer?

Er spielte in seiner Jugend selbst Handball.
Seine zwei Söhne, die jetzt bereits erwachsen sind, spielten beim SC Borussia Friedrichsfelde Handball, er begleitete das als Vater.
Und im Jahr 2004 erwarb Michael Schröder selbst die Trainerlizenz.

Warum gerade Handball?

Handballer haben einen besonderen Zusammenhalt, Mannschaften zerbrechen selten, sagt er.
Bei 7 Spielern inklusive Torwart pro Mannschaft muss jeder mitspielen, sich bewegen, mitdenken.
Man braucht Jahre, um alles zu lernen.
Michael Schröder liebt die Herausforderungen des Handballs: Körperliches Können in Verbindung mit geistiger Beweglichkeit.
Handballer halten zusammen. Egal ob dick oder dünn, groß oder klein.
Es wird kein Star wird gebraucht, sondern die Mannschaft ist wichtig.
Er sagt: im Handball muss man immer wieder sehr entschlossen und sehr schnell sehr unterschiedliche Entscheidungen treffen.
Man muss sich als Spieler immer wieder fragen, wann tue ich etwas selbst, wann beziehe ich andere mit ein?

Warum geht jemand freiwillig eine so enorme Belastung ein?

Dienstags und donnerstags leitet Michael Schröder jeweils von 16-19 Uhr das Training.
Von September bis März finden jedes Wochenende Wettkämpfe statt, zu denen er seine Mannschaft begleitet.
Dazu kommen Trainingslager und und und…
Er hat den Sport schon immer gemocht und ein großes Herz für Kinder.
Durch seine Arbeit bekommt er eine Dankbarkeit zurück, die man nicht kaufen kann.

Was ist das Besondere an Michael Schröder?

  • Müsste ich Michael Schröder mit einem Wort beschreiben, wäre dies KONSEQUENZ.
  • Er ist freundlich, aber konsequent.
  • Ich weiß nicht, ob es noch viele Menschen dieser Art gibt – vielleicht im Sport – aber woanders scheinen sie mir in den letzten Jahren seltener geworden zu sein.
  • Kinder und Eltern spüren, dass sein Verhalten stimmig ist und akzeptieren deshalb diese Konsequenz.
  • Michael Schröder fragt sich:
    • Wo sollen ordentliche Menschen herkommen?
    • Und aus dieser Frage erwächst sein Handeln.
  • Sein Engagement geht weit über das Training hinaus: Geburtstags- und Weihnachtsgrüße sind selbstverständlich.
  • Er interessiert sich für Kultur und Traditionen der verschiedenen Herkunftsländer seiner Sportler, er weiß, dass es da einige Fettnäppfchen gibt. Er kann sie meistern, weil er sich für den Menschen hinter dem Sportler interessiert.
  • Danken, bitten, grüßen, entschuldigen: das alles ist wichtig für Michael Schröder.
  • Er weiß: Niemand hat so ein großes Gerechtigkeitsempfinden wie Kinder. Deshalb ist es ihm besonders wichtig, offen und ehrlich mit ihnen umzugehen. Es fällt einem kein Zacken aus der Krone, wenn man sich auch als Erwachsener mal entschuldigt.

Warum ist es richtig und wichtig einen Mann wie Michael Schröder auszuzeichnen?

Michael Schröder sieht seine Aufgabe darin, aus lauter Individuen eine Mannschaft, EIN Team zu formen: diese Fähigkeit brauchen wir nicht nur im Sport, sondern auch in unserer Gesellschaft!
Er weiß, dass ein Sportler Kampfgeist, Teamgeist, aber manchmal auch Egoismus braucht, um die Lücken des Gegners auszunutzen. Auf das richtige Verhältnis kommt es an.
Er schickt niemanden weg, selbst wenn jemand sich Tage, Wochen, Monate oder gar Jahre schwer tut…
Er gibt den Kindern etwas von sich selbst mit auf den Lebensweg. Seine eigene Pünktlichkeit, seine Zielstrebigkeit.

Werte zu vermitteln an Menschen, an die man sonst nicht rankommt, das ist ihm wichtig.
Sein Motto lässt sich so beschreiben: Wir können uns nicht über etwas aufregen, wenn wir nicht selbst gewillt sind, etwas zu tun!

Schließen möchte ich mit dem Philosophen Michael Schröder.
Wenn Handball einfach wäre, wäre es Fußball!
und
Disziplin kann auch Politikern nicht schaden!
Damit kann er nur die Einhaltung der Redezeit gemeint haben.

Respekt vor Ihrer ehrenamtlichen Arbeit, Michael Schröder!
Respekt vor Ihrer Konsequenz!
Respekt vor Ihnen als Mensch, der tut, was er sagt!

Fotos


v.l.n.r.: Birgit Monteiro (als Laudatorin für Preisträger Michael Schröder), Michael Schröder (Preisträger Ehrenamtspreis), Karin Seidel-Kalmutzki (als Laudatorin für Preisträger Jochen Reischauer), Gisela von der Aue (Justizsenatorin des Landes Berlin), Peter Habeck (Preisträger Ehrensamtspreis), Andreas Geisel, Jochen Reischauer (Preisträger Ehrenamtspreis), Rainer Wiebusch (als Laudator für Preisträger Peter Habeck)

Fotos: Dirk Liebe

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