Pilgertour nach Ahrensfelde

Waren die Pilgerwege des Mittelalters barrierefrei? Sie waren es nicht. Und trotzdem pilgerten damals besonders viele Krüppel, wie man Menschen mit Behinderung nannte. Sie machten sich auf den Weg, um Heilung von ihren Leiden zu finden.  Heute erwarten sie nicht Heilung, sondern fordern zu Recht Barrierefreiheit. Denn Deutschland ratifizierte die UN-Behindertenrechtskonvention bereits im Jahr 2009. Am Tage unserer Pilgertour funktionierte zwar der Aufzug am S-Bahnhof Köpenick, dem Ausgangspunkt unserer Pilgertour –  aber nicht in Karlshorst, wo ein an der Tour teilnehmender Rollstuhlfahrer die S-Bahn nehmen wollte. Hier wäre für ihn die „Tour“ zu Ende gewesen, wenn nicht Menschen den Rollstuhl die Bahnhofstreppe hinaufgetragen hätten.

Gemeinsam Barrieren überwinden: das war auch das Motto dieser Pilgertour.

Im letzten Jahr waren Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam von Hennigsdorf nach Bötzow gepilgert, in diesem Jahr führte uns die Tour von Köpenick entlang des Wuhleweges nach Ahrensfelde.

Für den 28. April war es in diesem Jahr ungewöhnlich heiß. Ein Vorteil für die Fahrer von E-Rollstühlen, die den Fußgängern ständig voraus waren.

Auf der Hälfte des Weges wurden wir in der Krankenhauskirche im Wuhlgarten herzlich von Dr. Thomas Pfeifer und seinem Team mit einem liebevoll vorbereiteten Imbiss und wundervollem Orgelspiel empfangen.  Natürlich sind auch barrierefreie Toiletten und eine Lademöglichkeit für die Akkus der E-Rollstühle, die wir in der Kirche vorfanden,  unerlässlich für eine solche Tour.

Die Hälfte der Gruppe beendete hier die Pilgertour, die andere Hälfte setzte sie noch bis zum S-Bahnhof Ahrensfelde fort.

Fazit unserer Tour: Viele Barrieren sind gemeinsam überwindbar!

Deshalb gehen wir auch im nächsten Jahr wieder auf Tour.

 

Birgit Monteiro

Diese Tour wurde gemeinsam durchgeführt mit dem Roller und Latscher e.V. und dem Kiezspinne FAS e.V.