Neujahrsempfang der SPD Berlin-Lichtenberg und der SPD-Fraktion in der BVV Lichtenberg: Laudatio Peter Wöhler

Meine Damen und Herren,

ich habe heute die Freude und Ehre, die Laudatio für Herrn Peter Wöhler, den Vorsitzenden des Vereins „Lichtenberger Hilfe für Menschen“ zu halten. Herr Peter Wöhler erhält als Vereinsvorsitzender den Generationenpreis für das Ehrenamt natürlich auch stellvertretend für all seine Mitstreiter.

Zum Vereinsvorstand gehören neben dem Vorsitzenden:

  • Brigitte Böttcher
  • Carmen Weinert
  • Peter Juling
  • Liana Bergmann

Auch ihnen und den anderen Mitgliedern und Unterstützern des Vereins gilt unser herzlicher Dank!

Ich glaube, es gibt kaum jemanden im Saal, der diesen Verein nicht kennt!

Gegründet wurde er im September 2004. Bereits in jener Anfangszeit oder sogar kurz vor der offiziellen Gründung des Vereins traf ich Peter Wöhler zum ersten Mal.

Damals arbeitete der Nachbarschaftsverein Kiezspinne noch in seinem Zwischenquartier im Gebäude der Hermann-Gmeiner-Grundschule. Dorthin kam Herr Wöhler und suchte nach Räumlichkeiten für sein Projekt. Bereits damals waren wir zu klein für ihn. Er hatte großes vor. Er hatte viele Ideen und den Weg, den er beschreiten würde, bereits deutlich vor Augen. Und er kündigte nicht nur an, sondern er setzte seine Ankündigungen auch erfolgreich um.

Sei es zu Weihnachten 2005, als der „Santa-Claus-on-Road e.V.“ die „Berliner Christmas Biketour“ zur Lichtenberger Hilfe veranstaltete. An der Biketour nahmen Motorradfahrer- Innen teil, die sich als Weihnachtsmänner, Engel, Schneemänner usw. verkleideten. Sie übergaben gesammelte Sachspenden, insbesondere Geschenke für Kinder aus sozial schwachen Familien.

Herr Wöhler war ebenfalls erfolgreich bei der günstigen Anmietung von Räumlichkeiten. Erst arbeitete der Verein in der Schulze-Boysen-Straße, dann musste er diesen Standort einerseits wegen der anstehenden Rekonstruktion des Gebäudes, andererseits, weil die Räume zu klein geworden waren, aufgeben.

Und hier kreuzten sich unsere Wege zum zweiten Mal, nämlich bei der Einweihung des neuen Nachbarschaftshauses der Kiezspinne, am 22.10.2005.

Es bestätigte sich die alte Weisheit, dass man solche Einladungen, ähnliches gilt auch für den Neujahrsempfang der Lichtenberger SPD, IMMER annehmen sollte, bieten sie doch die beste Gelegenheit zum Knüpfen persönlicher Kontakte.

Die Mieterzeitschrift der Howoge „Mieteinander“ berichtete nun folgendes über jenen historischen Tag:

„Bei der Einweihung der Kiezspinne kamen Peter Wöhler und der Geschäftsführer der Howoge, Bernd Kirschner, miteinander ins Gespräch. Als er von den Aktivitäten den Vereins hörte, überlegte Bernd Kirschner nicht lange und bot Räume an. Mietfrei.“

Und bereits am 06.03.2006 zog der Verein aus der Schulze-Boysen-Straße in die neuen Räume in die Straße Alt Friedrichsfelde.

Die Liste der Sponsoren, die der Verein finden konnte, ist lang. Ich will nur auf den Fuhrpark des Vereins verweisen, von den 4 Transportern wurden 2 von Mercedes-Benz gesponsert.

Da drängt sich fast die Idee auf, dass Sie, Herr Wöhler, vielleicht mal eine Fortbildung für andere Vereine zum Thema „Erfolgreiche Sponsorensuche“ anbieten könnten!

Wer ist dieser Mann, der maßgeblich für diese Erfolge verantwortlich ist? Der das alles ehrenamtlich seit Jahren leistet?

Geboren am 17.12.1966, alleinerziehender Vater einer 15jährigen Tochter, gebürtiger Berliner, wenn auch kein Lichtenberger, gelernter Schlosser für Feinmechanik, arbeitete er bis zur Wende auf dem Straßenbahnhof in der Siegfriedstraße.

Danach war Peter Wähler lange Zeit selbständig beim Bühnenauf- und abbau, in der Veranstaltungsorganisation tätig und spätestens hier wurde sein Organisationstalent deutlich.

Später wurde er arbeitslos, aber er steckte nie auf. Er war erst in anderen Hilfsprojekten tätig, bevor der Erkenntnis in ihm reifte, das kann ich selbst und vielleicht sogar noch besser als andere organisieren.

Er gründete die „Lichtenberger Hilfe für Menschen“, organisierte Räume, Spenden und Menschen, die sich engagieren. Denn: Der Verein ist eine Selbsthilfeinitiative von Arbeitslosen und Sozialhilfeempfängern. Er bekommt keinerlei staatliche Zuschüsse und leistet doch so eine enorme Arbeit.

Einerseits freut mich diese Arbeit. Andererseits führt sie uns die Not, die es in unserer Gesellschaft gibt, schmerzhaft und deutlich vor Augen.

Wegsehen funktioniert nicht: Denn da steht nicht ein einzelner Mensch morgens vor der Lichtenberger Hilfe, sondern eine unübersehbare Menschenmasse.

Andererseits ist die Atmosphäre in und an der Ausgabestelle erstaunlich: Als ich die Ausgabestelle eines morgens besuchte, standen die Menschen sehr ruhig und gelassen in der Schlange, reagierten sehr freundlich als ich an ihnen vorbei eilte, um zu meiner Verabredung mit Herrn Wöhler zu gelangen.

Und das ist wahrscheinlich nicht hoch genug wertzuschätzen:

  • Die Regeln hier gelten für alle
  • sie sind transparent
  • jeder bekommt etwas ab
  • rechtzeitiges Erscheinen vergrößert die Auswahl, denn die Spender geben natürlich nicht täglich alles hundertfacher Anzahl
  • ab 9.00 Uhr werden Wartenummern vergeben, oft warten die Menschen schon vor 7 Uhr auf den Einlass
  • ab 13 Uhr erfolgt die Ausgabe der Spenden
  • für eine Tüte an Lebensmitteln wird der eher symbolische Gegenwert von 1,20 Euro erbeten
  • Drogen und Gewalt werden nicht geduldet

Es gebt neben der Lebensmittelausgabe, eine Computerecke, ein Café, eine Spielecke, einen Angebotsraum des täglichen Bedarfs, auch mit diesem und jenem nicht unwichtigen Krimskrams und vieles mehr.

3.500 Hilfebedürftige sind aktuell registriert, davon nutzen 2.100 Menschen die Lebensmittelausgabe regelmäßig.

Ich drücke Herrn Wöhler die Daumen und will daran mitwirken, dass sein größter Wunsch in Erfüllung geht, der zwar seine ehrenamtliche Arbeit in diesem Bereich überflüssig machen würde, aber Herr Wöhler würde garantiert bald ein anderes Betätigungsfeld finden, die Beseitigung von Armut in Deutschland!

Bis es aber soweit ist, und es steht zu befürchten, dass das noch eine Weile dauern wird, drücke ich fest die Daumen für die zwei neuen Projekte des Vereins, die da wären:

Ferienangebote für Kinder aus sozial schwachen Familien zu finanzieren die Unterstützung eines Kinderheimes!

Wir sagen Ihnen heute „Danke“ und wünschen Ihnen viel Erfolg, für die Dinge, die Sie ich im Interesse der Menschen vorgenommen haben.

Kommen Sie bitte jetzt vor zu mir, Herr Peter Wöhler!