Laudatio zur Verleihung des Frieda-Rosenthal-Preises an Andreas Wächter

Birgit Monteiro übergibt den Frieda Rosenthal-Preis 2014 an Andreas Wächter. Foto: Jens Schulze

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Nachbarinnen und Nachbarn, liebe Freundinnen und Freunde!

Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen…. Diese Handlungskette – oder besser gesagt- diese Nicht-Handlungskette ist oft Ausdruck von Unsicherheit und Hilflosigkeit …

Unsicher und unerfahren waren wir in Lichtenberg viele Jahre in der Frage, wie wir mit dem Naziproblem im Weitlingkiez, aber auch andernorts, umgehen sollten.

Und wir mussten lernen, dass Zivilcourage nicht einfach da ist, sondern aus gegenseitigem Vertrauen, aus erworbenen Kompetenzen, aus Solidarität und aus Selbstbewusstsein der Demokraten entsteht/ entstehen kann….

Wir lernten, dass das Ganze kein technokratischer Vorgang ist, dass es dafür keinen Automatismus gibt, sondern dass Zivilcourage mit Menschen zu tun hat, mit ganz realen Menschen.

Menschen, wie Andreas Wächter.

Andreas Wächter ist ein Mann der leisen Töne.

Er ist 35 Jahre alt, lebt seit 28 Jahren in Lichtenberg, er engagiert sich trotz persönlicher Bedrohung und zahlreicher Einschüchterungsversuche gegen Rechtsextremismus.

Andreas Wächter ist Gewerkschafter, parteilos, er sagt, dass seine Unabhängigkeit und vermittelnde Rolle immer hilfreich für sein Engagement waren.

Von 2005 bis 2006 schrieb er an der Humboldt-Universität seine Diplomarbeit über „Die kollektive Identität von Rechtsextremisten. Eine Fallstudie am Berliner Bezirk Lichtenberg“.

Foto: Jens Schulze

Das war sein Thema. Und das blieb es. Nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis.

Andreas Wächter war von 2007 bis Mai 2014 der Koordinator für die beiden Lokalen Aktionspläne in Lichtenberg-Mitte und Hohenschönhausen, die im Rahmen des Bundesprogramms TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN finanziert wurden und bis Ende des Jahres noch finanziert werden.

Er prägte in dieser Tätigkeit durch sein persönliches Engagement entscheidend die bezirkliche Auseinandersetzung mit Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierungen jeglicher Form.

Er koordinierte unzählige Aktionen gegen antidemokratische Kräfte im Bezirk, so z.B. gegen NPD-Wahlkampfaktionen und gegen den Nazi- Treff in der Lückstraße.

Der zentrale Kern seiner Arbeit war stets die Stärkung demokratischer Strukturen.

Andreas Wächter ist Mitinitiator des Lichtenberger Bündnisses für Demokratie und Toleranz, er hat die Kampagne “Bunter Wind für Lichtenberg” auf den Weg gebracht.

Er ist auch jetzt nach seinem Ausscheiden als LAP- Koordinator aktives, nunmehr ehrenamtliches Mitglied im Lichtenberger Bündnis.
Wenn man mit Andreas Wächter spricht, bekommt man eine Ahnung davon, wie schwer der Anfang war.

Das Schwerste war wohl – einfach in den Weitlingkiez zu gehen und sich dort den Nazis entgegenzustellen:

– Obwohl es dort eine aggressive und manifeste Nazi-Szene gab.

– Obwohl Menschen und Projekte tätlich von Nazis bedroht und angegriffen wurden, es immer auch um die persönliche Existenz ging

 

Foto: Christian Paulus

– Obwohl die Presse den Kiez bereits abgeschrieben hatte.

Um überhaupt eine Chance auf Erfolg zu haben, galt es zuerst einmal, die Menschen vor Ort kennenzulernen, das Vertrauen von Anwohnern und Akteuren zu gewinnen und in der Folge ein Grundvertrauen bei allen Beteiligten entstehen zu lassen.

Als Lichtenberger und damit als jemand, der nicht nach Feierabend aus seinem „Versuchsfeld“ flüchten konnte, als jemand, der dort, wo er arbeitet zu Hause war und ist, brachte Andreas Wächter eine ganz wesentliche und notwendige Voraussetzung für diese Aufgabe mit.

Wenn man Andreas Wächter zuhört, kann man sehr, sehr viel von ihm und seinen Erfahrungen im Kampf gegen die Nazis lernen:

– Wie wesentlich es für die Arbeit war und ist, nicht nur gegen Nazis zu sein, sondern vor allem auch selbst für etwas einzutreten, für eine demokratische Kultur, für eine Einwanderungsgesellschaft, für eine Kultur des Willkommens und Miteinanders.

– Man versteht, dass Nazis nicht in erster Linie eine Imagefrage sind, sondern eine Bedrohung der gesamten Zivilgesellschaft, die man nicht hinnehmen, die man nicht verharmlosen, nicht verschweigen darf.

– Man versteht, wie wichtig es ist, den Druck auf die Nazis konstant aufrecht zu erhalten, sie zu stressen, sie zu nerven, sie nicht zur Ruhe und erst Recht nicht zum Feiern kommen zu lassen.

– Man versteht, wie wichtig es ist, umfassend und verlässlich zu kommunizieren: Mit der Polizei, mit dem Senat, mit dem Bezirksamt, mit Schulen, mit den Vereinen, mit allen Akteuren der Zivilgesellschaft.

– Man versteht, wie wichtig es ist, dass die Verantwortungsträger im Bezirk tatsächlich ihren Teil der Verantwortung TRAGEN, dass sie sich nicht wegducken, nicht stöhnend auf die Anderen/ die da oben verweisen, dass sie klar und deutlich sagen, dass Flüchtlinge in unserem Bezirk willkommen sind.

– Man versteht, wie wichtig es ist, dass Vertrauen zwischen den Akteuren in allen demokratischen Parteien entsteht, wie aus Vertrauen Selbstbewusstsein und Stärke entstehen.

– Man versteht, wie wichtig es ist, sich miteinander zu solidarisieren, wie wichtig es vor allem ist, den Kampf gegen Nazis nicht parteipolitisch vereinnahmen zu wollen. Und damit ist Andreas Wächter ganz, ganz nah an Frieda Rosenthal…

Sieben Jahre Engagement: Andreas Wächter sagt darüber: „Man muss darauf achten, sich nicht selbst zu verheizen, sondern sich die Kräfte einzuteilen.“

Er ist kein Schwafler, sondern Realist durch und durch und das macht ihn für mich so glaubwürdig:

Er weiß, dass nicht der Zustand eintreten wird, dass es keine Nazis mehr gibt.
Er sagt stattdessen:

• „Wir können und müssen es schaffen, dass Nazis nicht wirksam werden können, wir müssen ihnen den Handlungsspielraum nehmen.

• Wir können und müssen verhindern, dass es Opfer gibt. Denn am Ende wären wir alle davon betroffen….“

Und er sagt: „Gegen Nazis kann man sich relativ gut positionieren. Bei Alltagsrassismus ist man im eigenen Laden: im Freundeskreis, bei Bekannten, im Alltagsumfeld, bei den ganz normalen Menschen, das macht ihn so gefährlich…

Andreas Wächter ist noch lange nicht müde. Er freut sich, dass immer wieder neue Ideen, Projekte und Aktivitäten entstehen, dass vieles, was er an Engagement initiiert hat, keine Eintagsfliege, sondern nachhaltig ist, dass die Arbeit auch nach seinem hauptamtlichen Ausscheiden engagiert weiter geht…“

Der Lichtenberger Bürgermeister, Andreas Geisel, beschreibt Andreas Wächter so:

„Herr Wächter ist super!
Demokratisches Verhalten und zivilgesellschaftliches Engagement insbesondere bei Kindern und Jugendlichen stärken zu wollen und sie zu Weltoffenheit und Toleranz anzuhalten, ist unser großes Ziel.
Meist schnell gesagt, aber dann im konkreten gar nicht leicht umzusetzen. Jedenfalls wenn´s nicht langweilig sein oder sogar noch Spaß machen soll. Herr Wächter hat das geschafft.
Dass der Weitlingkiez heute bunt und weltoffen und frei von Nazi-Infrastruktur ist, verdanken wir dem langjährigen Engagement vieler Menschen. Wenn ich sie aufzählen sollte, würde ich an erster Stelle Andreas Wächter nennen.“

Die Erkenntnis, Demokratie braucht Demokraten, hat Andreas Wächter auf ganz besondere Weise verinnerlicht. Die SPD Lichtenberg dankt Ihnen, Andreas Wächter deshalb heute besonders herzlich mit dem Frieda-Rosenthal-Preis für Ihr langjähriges Engagement.

Vorschläge für den Frieda-Rosenthal-Preis 2014 jetzt einreichen!

Auch in diesem Jahr suchen die SPD Lichtenberg und ich Menschen, die sich in außergewöhnlicher Weise für das demokratische Gemeinwesen und eine solidarische Nachbarschaft engagiert haben. Alle Lichtenberginnen und Lichtenberger sind daher aufgerufen, bis zum 25. August 2014 eine Preisträgerin oder einen Preisträger für den mit 100 € dotierten Preis vorzuschlagen.

Die Vorschläge sollten den Namen und die Kontaktdaten der vorgeschlagenen Person sowie eine kurze Begründung enthalten und können per Post (Rathausstraße 7, 10367 Berlin) oder E-Mail (info@spd-lichtenberg.de) an die SPD Lichtenberg geschickt werden. Eine Jury wird dann die Vorschläge bewerten.

Mit dem Frieda-Rosenthal-Preis werden jedes Jahr Menschen geehrt, die sich besonders für das demokratische Gemeinwesen in Lichtenberg engagieren. Dabei ist es nicht ausschlaggebend, ob der oder die Vorgeschlagene haupt- oder ehrenamtlich tätig ist.

In den vergangenen Jahren wurden Eugenia Schatz, Evelin Pakosta, Hans Küchler, Olaf Ruhl und Anna-Franziska Schwarzenbach mit dem Frieda-Rosenthal-Preis ausgezeichnet. (Weitere Infos zu Frieda Rosenthal und den Preisträgern: http://de.wikipedia.org/wiki/Frieda_Rosenthal).

Der Preis wird seit dem Jahr 2009 von mir gestiftet. Zugleich bin ich auch die Patin für den Stolperstein in der Fanningerstraße 53, der an Frieda Rosenthal erinnert.

Frieda Rosenthal arbeitete im Amt für Sozialfürsorge in Lichtenberg und seit 1929 als Stadträtin im Bezirksamt Mitte. 1933 gehörte sie zu den ersten, die von den Nazis aus dem Bezirksamt entlassen wurden. Von 1924 bis 1933 war sie für Lichtenberg und später für Kreuzberg Mitglied der Berliner Stadtverordnetenversammlung. Nach der Machtergreifung der Nazis leistete sie aktiven Widerstand gegen das Regime. Am 19. August 1936 wurde Frieda Rosenthal verhaftet, in strenge Einzelhaft genommen und brutal verhört. Weil sie fürchtete, ihre Mitstreiter verraten zu haben, setzte sie am 15. Oktober 1936 ihrem Leben ein Ende.

Die Verleihung des Frieda-Rosenthal-Preises 2014 wird am Freitag, dem 05. September 2014, ab 18 Uhr im Rahmen des Septemberfeuers der SPD Lichtenberg, im Garten des Nachbarschaftshauses ORANGERIE des Kiezspinne FAS e.V., stattfinden.

Hierbei erwartet die Gäste ein buntes Rahmenprogramm für die ganze Familie mit Hüpfburg, Lampions basteln und Lampionumzug, Sackhüpfen, Tauziehen, Lagerfeuer und Stockkuchen, Malwettbewerb und Musik, zu dem alle Lichtenberginnen und Lichtenberger mit Kind und Kegel herzlich eingeladen sind.

Stadtteiltag 31.03.2013

Hier ist was los – Stadtteiltag in Lichtenberg

Am vergangenem Montag bin ich mit unserer Kandidatin für das Europäische Parlament Sylvia-Yvonne Kaufmann zwischen Fennpfuhl und Frankfurter Allee unterwegs gewesen.

Erste Station waren die Lichtenberger Werkstatt für Behinderte in der Wotanstraße 18. Der Geschäftsführer Herr Dr. Pohl hat uns zusammen mit dem Werkstattleiter Herrn Wadaru durch den Betriebsstätte geführt. Die Arbeitsbereiche haben sich als erstaunlich vielfältig herausgestellt, von der Elektromontage bis zum Kreativbereich wird ein breites Spektrum abgedeckt. Im örtlichen Verkaufsladen können sehr schöne Dekos zu Ostern gekauft werden.

Im Anschluss an die Besichtigung gab es dann ein Gespräch mit der Geschäftsleitung und dem Werkstattrat, in dem über die Zukunft der Werkstätten allgemein und aktuelle konkrete Anliegen gesprochen wurde.

Um 13.30 Uhr waren wir dann auf Einladung des Johann-Gottfried-Herder Gymnasiums auf einer Podiumsdiskussion mit allen 11. Klassen, auf der Sylvia-Yvonne Kaufmann die Fragen der Schülerinnen und Schüler beantwortete und ihre politischen Leitlinien vorstellte. Besonders die Zukunft der Europäischen Union und der aktuelle Ukraine-Konflikt wurden hier diskutiert.

Danach sprachen wir vor dem RingCenter mit vielen Bürgerinnen und Bürgern über Europa, Berlin und wie die Politik ihnen helfen könnte.

Um 16.30 Uhr trafen wir dann in der Begegnungsstätte in der Paul-Junius-Straße 64A die Leiterin Tatjana Vogt und ihre Kollegin Nicole Seehaus zu einem Rundgang durch das vor eineinhalb Jahren komplett sanierte Haus. Es gibt nun neben Kita und Freizeitclub einen Gastronomiebetrieb, der in den ganzen Kiez hineinwirkt. Wir sprachen mit Menschen mit und ohne Behinderung und nahmen viele konkrete Arbeitsaufträge mit.

Den Abschluss des Abends bildete der Jahresempfang der SPD Lichtenberg. Hier freue ich mich ganz besonders, dass ich im Namen der SPD Lichtenberg den Ehrenamtspreis für ein solidarisches Miteinander an Heinz Pfingst und Margot Pietsch überreichen konnte. Die beiden leiten eine Selbsthilfegruppe von Polio-Erkrankten, die sich monatlich trifft. Ihr Engagement trägt viel dazu bei, dass die Betroffenen besser mit ihrer Situation umgehen können. Die Laudatio können Sie hier nachlesen.

 

Der Tag klang dann mit vielen Gesprächen der anwesenden haupt- und ehrenamtlichen Vertreter von Lichtenberger Vereinen und Trägern aus.

Einen weiteren Bericht vom Jahresempfang können Sie hier in der Berliner Woche lesen.

Spaziergang zu den Gräbern von bedeutenden Sozialdemokraten

Siebenundzwanzig Spaziergänger folgten am 10.08.13 meiner Einladung zu einem Spaziergang zu den Gräbern bedeutender Sozialdemokraten auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde.

Herzlichen Dank an Holger Hübner, Vorsitzender des Förderkreises Erinnerungsstätte der deutschen Arbeiterbewegung Berlin-Friedrichsfelde e.V., für die vielfältigen Geschichten und Informationen. Weiterlesen

Pflanzaktion am Sa., 23.06.12, 15 Uhr in der Frankfurter Allee Süd: Ich bin dabei!

Über die Details informiert Bernd Mentele:

Gärtnern in der Stadt

Immer mehr Menschen schließen sich dem Trend des urbanen Gärtnerns an, nachbarschaftliche und interkulturelle Gärten breiten sich aus, und auch die Baumscheiben der Straßenbäume in Berlin verlieren langsam die Funktion von Hundeklos – und geraten zu blühenden Oasen mitten in der Stadt.

Auch wir möchten uns diesem bürgerschaftlichen Engagement nicht verschließen und

am Samstag, 23.06.2012, 15:00-16:30 Uhr

die Baumscheiben der fünf rotblättrigen Ahornbäume in der Schulze-Boysen-Straße (entlang des Nachbarschaftshauses ORANGERIE bis zur Ecke Wilhelm-Guddorf-Straße) mit freiwilligen Helfern bepflanzen.

Pflanzenspenden sind dabei willkommen, sie können mitgebracht oder vorher bei uns abgegeben werden.

Im Anschluss an die Pflanzaktion gibt es eine gemeinsame Kaffeetafel mit Kuchen, und die Band „Trubles“ sorgt für die musikalische Umrahmung des Nachmittags.

Für die Bereitstellung von alkoholfreien Getränken, Kaffee und Kuchen danken wir der Wohnungsbaugenossenschaft „VORWÄRTS“ eG und der Kaiser’s-Filiale Frankfurter Allee 144 sehr herzlich!

Schön wäre es, es fänden sich für die bepflanzten Baumscheiben auch Baumpatinnen oder –paten, die bis zum Spätherbst dieses Jahres die Pflege der Bäume übernehmen. Weiterlesen

Pilgertour nach Ahrensfelde

Waren die Pilgerwege des Mittelalters barrierefrei? Sie waren es nicht. Und trotzdem pilgerten damals besonders viele Krüppel, wie man Menschen mit Behinderung nannte. Sie machten sich auf den Weg, um Heilung von ihren Leiden zu finden.  Heute erwarten sie nicht Heilung, sondern fordern zu Recht Barrierefreiheit. Denn Deutschland ratifizierte die UN-Behindertenrechtskonvention bereits im Jahr 2009. Am Tage unserer Pilgertour funktionierte zwar der Aufzug am S-Bahnhof Köpenick, dem Ausgangspunkt unserer Pilgertour –  aber nicht in Karlshorst, wo ein an der Tour teilnehmender Rollstuhlfahrer die S-Bahn nehmen wollte. Hier wäre für ihn die „Tour“ zu Ende gewesen, wenn nicht Menschen den Rollstuhl die Bahnhofstreppe hinaufgetragen hätten.

Gemeinsam Barrieren überwinden: das war auch das Motto dieser Pilgertour. Weiterlesen

Wie wir in Deutschland ticken

Am gestrigen 06. Februar 2012 war ich Gast beim Forum Frankfurter Allee Süd in Lichtenberg. Ich berichtete zum aktuellen Arbeitsstand der Initiative “Licht an im Hubertusbad”.

Bei einem weiteren Tagesordnungspunkt ging es um Probleme und Schandflecken im Kiez. Als ich die Ausführungen hörte, wurde mir wieder einmal deutlich, wie wir in Deutschland ticken:

Es gibt ein Problem. Für die Lösung des Problems ist kein Geld da. Stattdessen finanzieren wir z.B. Kiezläufer. Das allseits bekannte Problem wird fotografiert, dokumentiert, die für das Problem Verantwortlichen gefunden, Briefe geschrieben. Nach Monaten und Jahren intensiver Arbeit steht die Auskunft: Es ist leider kein Geld zur Lösung des Problems da.

Ich möchte dafür nicht DIE Gesellschaft, DEN Staat, DAS System verantwortlich machen, sondern uns selbst fragen: Wie müssen Strukturen aussehen, die das Handeln aller befördern?

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Eine etwas andere Art von Bürgersprechstunde

Im wunderschönen Nachbarschaftshaus “Orangerie” des Vereins Kiezspinne FAS e.V. findet seit vielen Jahren einmal im Monat die sehr beliebte Veranstaltungsreihe „Der Besondere Freitag” statt.

Diesmal hatten wir uns Frau Birgit Monteiro eingeladen, die Geschäftsführerin des Verbands für sozial-kulturelle Arbeit e.V., ehemalige Geschäftsführerin der Kiezspinne und wiedergewählte Abgeordnete des Abgeordnetenhauses von Berlin.

Damit war genug Gesprächsstoff vorgegeben für einen hochinteressanten politischen und sozial-kulturellen Vormittag.
Die etwa 40 Gäste erfuhren aus dem Leben von Frau Monteiro, das einem Spagat zwischen der Berufsarbeit im Verband, die politische Arbeit die im Wahlkreis IV (Alt-Lichtenberg und Kiez FAS) und Familie täglich geleistet werden muss.
Aber sie leistet dieses mit Bravour und Erfolg. Weiterlesen

Politik zum Essen

 

Am 26.08.11 hatte ich Wähler und Nichtwähler zum Spaghetti-Essen ins Nachbarschaftshaus ORANGERIE des Kiezspinne FAS eingeladen.

Über 50 Portionen Spaghetti wurden ausgereicht, Gespräche geführt oder auch nur das bevorstehende Wochenende bei hochsommerlichen Temperaturen auf der Terrasse des Nachbarschaftshauses genossen. Mein herzlicher Dank gilt dem Serviceteam, dass diese Mengen Spaghetti sehr schmackhaft zubereitete.