<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Birgit Monteiro</title>
	<atom:link href="http://birgit-monteiro.de/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://birgit-monteiro.de</link>
	<description>Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin</description>
	<lastBuildDate>Sat, 19 May 2012 13:18:09 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.2</generator>
		<item>
		<title>Matthias Vernaldi stellte mir als Gastbeitrag f&#252;r meine Homepage seinen Vortrag zur Verf&#252;gung, den er im Rahmen der Ringvorlesung „Behinderung ohne Behinderte?! Perspektiven der Disability Studies“, Universit&#228;t Hamburg, am 14.05.2012 hielt: Der Umgang unserer Kultur mit Behinderung &#8211; von der f&#252;rsorglichen Internierung zur Teilhabe zum kleinen Preis</title>
		<link>http://birgit-monteiro.de/matthias-vernaldi-stellte-mir-als-gastbeitrag-fur-meine-homepage-seinen-vortrag-zur-verfugung-den-er-im-rahmen-der-ringvorlesung-behinderung-ohne-behinderte-perspektiven-der-disability-studies/</link>
		<comments>http://birgit-monteiro.de/matthias-vernaldi-stellte-mir-als-gastbeitrag-fur-meine-homepage-seinen-vortrag-zur-verfugung-den-er-im-rahmen-der-ringvorlesung-behinderung-ohne-behinderte-perspektiven-der-disability-studies/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 16 May 2012 15:14:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Laura</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gastbeiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen mit Behinderung]]></category>
		<category><![CDATA[Teilhabe]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://birgit-monteiro.de/?p=1461</guid>
		<description><![CDATA[Sehr verehrte H&#246;rer, liebe Leute, es freut mich sehr, dass ich heute hier stehen kann. Ich f&#252;hle mich geehrt, ein zweites Mal gefragt worden zu sein, ob ich mich an der Ringvorlesung beteilige. Allerdings kann ich nicht versprechen, dass ich die Erwartungen erf&#252;lle, die von 2010 her in mich gesetzt sind. Damals ging es um [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://birgit-monteiro.de/matthias-vernaldi-stellte-mir-als-gastbeitrag-fur-meine-homepage-seinen-vortrag-zur-verfugung-den-er-im-rahmen-der-ringvorlesung-behinderung-ohne-behinderte-perspektiven-der-disability-studies/bild-2/" rel="attachment wp-att-1476"><img class="alignnone size-full wp-image-1476" title="Bild" src="http://birgit-monteiro.de/wp-content/uploads/Bild.png" alt="" width="320" height="214" /></a></p>
<p><strong>Sehr verehrte H&#246;rer, liebe Leute,</strong></p>
<p>es freut mich sehr, dass ich heute hier stehen kann. Ich f&#252;hle mich geehrt, ein zweites Mal gefragt worden zu sein, ob ich mich an der Ringvorlesung beteilige. Allerdings kann ich nicht versprechen, dass ich die Erwartungen erf&#252;lle, die von 2010 her in mich gesetzt sind. Damals ging es um Sex! Das heutige Thema ist wesentlich trockener: <strong>&#8220;Der Umgang unserer Kultur mit Behinderung &#8211; von der f&#252;rsorglichen Internierung zur Teilhabe zum kleinen Preis&#8221;.</strong></p>
<p>Ich werde versuchen, den Umgang unserer Kultur mit Behinderung von drei Aspekten aus zu beleuchten: zum Einen vom traditionellen Standpunkt der F&#252;rsorge aus, zum Anderen aus der Warte der Verwertbarkeit, bzw. des gesellschaftlichen Nutzens, und zuletzt aus emanzipatorischer Sicht. Auch wenn es au&#223;er Frage steht, sage ich es hier noch einmal: Dies ist eine subjektive, bzw. eine stark von meiner Subjektivit&#228;t gepr&#228;gte Darstellung. Jeder dieser drei Aspekte des Umgangs mit Behinderung beeinflusst mein Leben &#8211; und das sehr umfassend. So stehen f&#252;r mich F&#252;rsorge, Verwertbarkeit und Emanzipation f&#252;r Ausgrenzung, Abwertung und Erm&#228;chtigung. Selbstverst&#228;ndlich greifen diese drei Aspekte ineinander und lassen sich nicht einfach einem Schwarz-Wei&#223;/Gut-B&#246;se-Schema zuordnen. Ich bin bem&#252;ht, das im Blick zu behalten. Wenn ich gelegentlich trotzdem in meiner Darstellung zu kurz greife oder generalisiere, dann schuldet dies bitte meiner Subjektivit&#228;t.<span id="more-1461"></span></p>
<p>Wenn wir vom Umgang unserer Kultur mit Behinderung sprechen, muss zu Beginn erw&#228;hnt sein, dass unsere Kultur -die industrialisierte, demokratische westliche Moderne, wie sie etwa seit Beginn des 19. Jahrhunderts entstanden ist &#8211; dass sie Behinderung erst konstruiert und hervorgebracht hat. Das h&#246;rt sich jetzt komplizierter an, als es ist. Ohne diesen gesellschaftlichen Konstruktionsvorgang w&#252;rden wir heute gar nicht auf die Idee kommen, Menschen, die nicht laufen k&#246;nnen, die nicht sehen k&#246;nnen, oder deren kognitive F&#228;higkeiten eingeschr&#228;nkt sind, in einer Gruppe zusammenzufassen und zu fragen, wie unsere Kultur mit dieser Gruppe umgeht. Industrialisierung, damit einhergehende allgemeine nutzbare Technologien und in der Breite der Bev&#246;lkerung angestrebter Wohlstand haben die Notwendigkeit &#246;ffentlichen sozialen Handelns erst geschaffen. Die Konstruktion von Behinderung ist die Manifestation des Gedankens, dass es Teile der Gesellschaft gibt, die ohne direkte in Alltag und Intimit&#228;t hineinragende Hilfe von anderen Menschen nicht leben k&#246;nnen, und dass diese Hilfe &#246;ffentlich geleistet werden muss. Dieser Gedanke ist eine wesentliche Grundlage des Sozialstaates. Die Bedeutung des Wortes &#8220;Behinderung&#8221;, wie wir sie hier gebrauchen, ist in der Umgangssprache erst in den 60er und 70er Jahren angekommen. Meine Pubert&#228;t liegt knapp vier Jahrzehnte zur&#252;ck. Da legten wir Wert darauf, als &#8220;behindert&#8221; bezeichnet zu werden. Gemeinhin galten wir als &#8220;versehrt&#8221; oder &#8220;gel&#228;hmt&#8221;. Die Alten nannten uns gar &#8220;Kr&#252;ppel&#8221;. Der beh&#246;rdliche Sprachgebrauch hatte deutlich Vorlauf. In den 20er Jahren taucht das Wort vereinzelt in Gesetzestexten zur Versorgung von Kriegsversehrten auf und nach dem 2. Weltkrieg verbreitet es sich in Verwaltung, Justiz und Medizin. Die wesentlichen Prozesse der Zuweisung, Aussonderung und Institutionalisierung hatten zu dieser Zeit l&#228;ngst stattgefunden. Legte ich in meiner Jugend noch Wert darauf, &#8220;behindert&#8221; genannt zu werden, strebt das ein jugendlicher Rollstuhlfahrer heute nicht mehr so ohne weiteres an. Gibt es einerseits das krampfhafte Bem&#252;hen um politisch korrekten Sprachgebrauch (&#8220;Menschen mit Behinderung&#8221; oder gar &#8220;anders bef&#228;higt&#8221;), dient andererseits auf Schulh&#246;fen und Dancefloors die Ansage &#8220;ey, Alter, bist du voll krass behindert, oder was?&#8221; schon seit gut 15 Jahren garantiert nicht der Erkundung des Hilfebedarfs des Gegen&#252;bers. Dem sozialp&#228;dagogisch nicht so Beschlagenen verwundert in den letzten Jahren das Auftauchen sogenannter &#8220;weicher&#8221; Behinderungen. Damit werden haupts&#228;chlich im Kita-, Schul-und Ausbildungsbereich Verhaltensauff&#228;lligkeiten, Sprachprobleme ohne Migrationshintergrund oder Lernschwierigkeiten bezeichnet. So kann es also geschehen, dass nun gerade einer, der die Frage &#8220;ey, Alter, bist du voll krass behindert, oder was?&#8221;besonders h&#228;ufig und lautstark stellt, selbst als behindert eingestuft wird. Gleichzeitig l&#228;sst sich seit etwa f&#252;nf Jahren der Trend beobachten, junge Menschen, die dissoziale Verhaltensmuster aufweisen, in Werkst&#228;tten f&#252;r behinderte Menschen unterzubringen. Unter Dissozialit&#228;t versteht man hier, was bisher unter &#8220;krimineller Gef&#228;hrdung&#8221;, &#8220;permanenter Normenverletzung&#8221; oder &#8220;Milieusch&#228;digung&#8221; abgehandelt und mit mehr oder weniger gezielten Programmen wie Eingliederung ins Arbeitsleben oder Gewaltpr&#228;vention angegangen wurde.</p>
<p>Mit dieser Subsummierung sind wir wieder an den Urspr&#252;ngen der Entstehung der &#246;ffentlichen Wohlfahrt angelangt. Ihre Leistung war die gesellschaftliche L&#246;sung eines neuen und sehr dr&#228;ngenden Problems: das Auffangen und Versorgen der Armen und Bed&#252;rftigen &#8211; der im aufgekommenen kapitalistischen Verst&#228;ndnis Nutzlosen und Unpassenden. In der vorindustriellen Zeit wurden die n&#246;tigen Hilfen von der Familie und der Nachbarschaft erbracht. Die Ressourcen daf&#252;r waren in der Hauptsache aus zwei Gr&#252;nden vorhanden: Der &#252;berwiegende Teil der Produktion erfolgte in der Landwirtschaft und im Handwerk (also hausnah) und einer Familie geh&#246;rten viele Personen und Generationen an, die nahe beieinander, oft sogar auf einem Grundst&#252;ck wohnten. Wenn man mittags vom Feld kam, bog man noch schnell in den Stall ab, um der Kuh frisches Stroh hinzusch&#252;tten, und aufs Altenteil, um Opi den Arsch abzuwischen. Mit der Industrialisierung &#228;nderte sich das. Die Produktion erfolgte nun in Manufakturen und Fabriken, die oft weit entfernt vom Wohnort lagen. Die meisten hatten nicht die Wahl, in einer dieser Fabriken zu arbeiten oder nicht. Wenn sie &#252;berleben wollten, mussten sie ihre Arbeitskraft verkaufen. &#220;berhaupt funktionierte die neue Welt ganz anders als die bisherige. Alltag und Lebenswelt gestalteten sich im 19. Jahrhundert innerhalb weniger Generationen grundlegend um. Bis dahin war der Einzelne eingebunden in famili&#228;re, st&#228;ndische, geografische und religi&#246;se Zusammenh&#228;nge. Eigentlich muss ich bei dieser Reihenfolge als Theologe schon innehalten. Sie ist modern und s&#228;kular. Solange die Theologie die K&#246;nigswissenschaft darstellte (und das war das ganze Mittelalter &#252;ber bis in den Barock hinein der Fall) war man sich einig dar&#252;ber, dass der Einzelne zuerst in religi&#246;se Zusammenh&#228;nge eingebunden war. Dann kamen erst die anderen. Das zeigte sich am Umgang mit den Lebensphasen -Geburt war zum Beispiel ohne Taufe gar nicht denkbar &#8211; bis hinein in den Alltag, der auch von religi&#246;sen Zeremonien und Ritualen strukturiert war. Der Einzelne schwamm im gro&#223;en Fluss einfach mit. Die &#252;berwiegende Mehrheit hatte wenig Entscheidungsdruck. Pl&#246;tzlich kam es darauf an, im Takt zu bleiben, den die Uhr vorgab. Zeit wurde nicht mehr qualitativ gesehen, sondern quantitativ. Man musste zu bestimmten Zeiten an bestimmten Orten sein, um dort bestimmte Verrichtungen auszuf&#252;hren. Daf&#252;r bekam man ein Abstractum, eine bestimmte Summe Geldes, die dann wiederum eingeteilt -also getaktet &#8211; und umgerechnet werden musste in Nahrung, Heizung, Miete, Kleidung. Auf einmal kam es darauf an, st&#228;ndig Alltagentscheidungen zu treffen. Man stand nicht mehr am Morgen auf, sondern 4:00 Uhr. Dazu musste man wissen, wie sp&#228;t es ist und zu dieser Zeit wach werden. Man bekam das Essen nicht mehr von der Meisterin zubereitet und vorgesetzt, sondern musste es kaufen und selbst eine Mahlzeit halten. Der Bauernhof oder der Handwerkerhaushalt teilten nicht mehr fraglos und selbstverst&#228;ndlich zu. Man musste selbst rationieren. Der Wochenlohn, der knapp f&#252;r Milch und Kohl, Kinderschuhe und Brennholz reichte, war auch schnell in der Spelunke in Branntwein umgesetzt und mit einem M&#228;dchen durchgebracht. Die meisten Arbeiten, die in der Industrie gefragt waren, fanden am Flie&#223;band oder &#228;hnlichen maschinellen Zusammenh&#228;ngen statt. Stupide Einzelverrichtungen, die st&#228;ndig wiederholt werden mussten, waren gefragt. Die Menschen waren den Produktionsabl&#228;ufen der Maschinen nachgeordnet. Sie mussten all die Dinge tun, zu denen die Technik nicht in der Lage war. Sie waren zu Dienern der Maschinen geworden. Neben dem Stress wegen der engen zeitlichen Taktung und der Monotonie der T&#228;tigkeit, war vor allem frustrierend, das Produkt nicht mehr von Anfang bis Ende zu fertigen. Man schuf die Ware nicht mehr selbst, sondern war reduziert auf eine eng begrenzte Funktion im Produktionsablauf, den ein gebrochenes Zahnrad nachhaltiger zu st&#246;ren wusste als der Ausfall eines Arbeiters. Die Menschen arbeiteten nicht mehr als fr&#252;her, oft sogar weniger, aber sie taten es au&#223;erhalb ihrer festgef&#252;gten und &#252;bersichtlichen famili&#228;ren und st&#228;ndischen Zusammenh&#228;ngen. Viele mussten sogar an der Maschine schlafen. Die Arbeitszeiten betrugen bis zu 14 Stunden am Tag. Die Arbeiter sanken unmittelbar neben der Maschine ersch&#246;pft auf ein Strohlager und wenn sie erwachten, ging es f&#252;r sie sofort weiter im Takt. Das ganze bis zu 10 Tagen, bevor sie f&#252;r ein Wochenende nach Hause konnten. Familienangeh&#246;rige -also Ehepartner oder Eltern und Kinder -sahen sich nur noch kurze Zeit, n&#228;mlich wenn sie ersch&#246;pft und zum Essen und Schlafen nach Hause kamen. Die famili&#228;ren &#8211; &#252;berhaupt die menschlichen &#8211; Bindungen litten darunter. Gef&#252;hls&#246;konomisch legte das den Grund zur modernen Kleinfamilie von Vater-Mutter-Kind. Nicht mehr die profanen hergebrachten Bez&#252;ge geben die Bindung vor. Der moderne Mensch muss sich f&#252;r die Bindung entscheiden. Dazu bedarf es gro&#223;er emotionaler Attraktionen wie Verliebtheit oder Elternliebe. Ein Paar schafft es unter den neuen Bedingungen mit M&#252;he, sich gegenseitig abzusichern und die Kinder aufzuziehen, aber Ressourcen f&#252;r die pflegebed&#252;rftige Gro&#223;mutter, die blinde Tante oder den verwaisten geistigbehinderten Neffen bleiben da nicht. Sie waren seither eine viel gr&#246;&#223;ere Belastung und endeten h&#228;ufig verlassen, unterversorgt und verwahrlost auf der Stra&#223;e. &#220;berhaupt stieg die Zahl der Elenden. Sie setzte sich aus denen zusammen, die nicht in das neue Verwertungssystem passten. Auf den Stra&#223;en der neuen boomenden Industriestandorte fanden sich Kleinkriminelle, Bettler, Obdachlose, Gaukler und Gelegenheitsprostituierte. Nicht, dass es diese Elenden nicht auch schon zuvor gegeben h&#228;tte. Bisher waren sie aber besser in die Zusammenh&#228;nge eingebunden (z. B. hatten auch Bettelleute ihre z&#252;nftigen Regeln). Wichtiger aber war, dass sie jetzt erst als Problem und Gefahr betrachtet wurden.</p>
<p>Bisher haben wir das Vorfeld der Entstehung des modernen Sozialstaates -sprich: das Vorfeld der Entstehung von &#246;ffentlicher F&#252;rsorge und Wohlfahrt -unter dem Aspekt der damals neuen kapitalistischen Verwertbarkeit des Individuums betrachtet. Dieser Verwertungsdruck schuf neue Probleme -soziale Probleme. Nun kommt der emanzipatorische Aspekt dazu, ohne den die moderne Wohlfahrt undenkbar w&#228;re.  Die Mutter aller emanzipatorischen Bewegungen ist nicht etwa die feministische Bewegung, sondern die b&#252;rgerliche Emanzipation. Aus ihr erwuchsen im 19. Jahrhundert sowohl die Emanzipation des Proletariats -die Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung &#8211; und in Ans&#228;tzen auch schon die Frauenbewegung. Die b&#252;rgerliche Emanzipation geht einerseits mit der republikanischen Staatsform einher, die im Europa des 19. Jahrhunderts eine revolution&#228;re Idee ist, die Herrschaft von der Entscheidung der Masse abh&#228;ngig macht und nicht mehr von &#252;berlieferten Privilegien. Andererseits pr&#228;gt sie sich in der revolution&#228;ren Jahrhundertmitte gerade im restaurativen Biedermeier aus. Es steht f&#252;r die Demokratisierung des Wohlstands. Die Ausbildung der Industrie und damit verbundene massenhafte Produktion von Waren machte es m&#246;glich, die Masse der Bev&#246;lkerung an sozialer Absicherung, medizinischer Grundversorgung und der Befreiung von der permanenten Infragestellung von Nahrung und Unterkunft teilhaben zu lassen. Der kleine Beamte, der Vorarbeiter, Lehrer und B&#228;cker konnten eine gesicherte Existenz aufbauen. Kulturell war das von Ruhe und Beschaulichkeit gekennzeichnet. Der Furor der Revolte, die Idee von der Herrschaft des Volkes wurde konterkariert vom kleinb&#252;rgerlichen Idyll. Die Leute ahmten den Lebensstil der Oberschicht nach. Sie klebten sich buntes gemustertes Papier an die W&#228;nde, um die Seiden-Damast-Tapeten der Pal&#228;ste nachzuempfinden. Hatten die kleinen Leute bisher nur ein paar Truhen, Schemel und Tische, so kamen jetzt M&#246;bel in Schwang: Kommoden, Buffets, Polsterst&#252;hle und Chaisselongues -ganz wie in den Schl&#246;ssern, nur etwas kleiner, damit es auch in die 40-qm-Wohnungen passte. Kanarienv&#246;gel in K&#228;figen und Camelien in Blument&#246;pfen auf der Fensterbank sollten an die Orangerien und Menagerien der F&#252;rstenh&#246;fe erinnern. Hatte man mit der Idee des Nationalstaates noch eine neue europ&#228;ische Dimension in die Politik gebracht, beschr&#228;nkte sich der Horizont nun auf die gute Stube. Aber die Idylle war in hohem Ma&#223;e gef&#228;hrdet. Gerade in den gro&#223;en St&#228;dten brauchte die Hausfrau, die drinnen z&#252;chtig waltete, nur nach drau&#223;en zu treten, um auf dem Markt Eink&#228;ufe zu t&#228;tigen, da stand sie auch schon in Gefahr, an einen Beutelschneider ihre Barschaft zu verlieren oder von einem Tagedieb den Einkauf entrissen zu bekommen. Sie wurde angebettelt und beschimpft. Jeden Abend musste sie bangen, dass ihr Gatte unbeschadet von den Verlockungen der Restaurationen, Aussch&#228;nke, Tanzb&#246;den und leichten M&#228;dchen den Weg nach Hause fand -und mit ihm seine Geldkatze, bzw. deren F&#252;llung. Sobald es warm wurde, fanden sich oft Gruppen von bis zu 100 Landstreichern, Hausierern, Handwerksburschen und Gaunern, die &#252;ber Land zogen. Wenn sie in die kleinen D&#246;rfer kamen, fehlten die W&#228;sche von der Leine, das Gem&#252;se aus dem Garten und die Kaninchen aus dem Stall. Es kam zu &#220;bergriffen und Gewaltt&#228;tigkeiten. Die Unpassenden st&#246;rten nicht nur, sie gef&#228;hrdeten Ruhe und Ordnung. Der emanzipatorische Ansatz des B&#252;rgertums verhielt sich dieser Unterschicht gegen&#252;ber h&#246;chst ambivalent. Einerseits waren sie vom Ansatz her Gleiche. Sie hatten dieselben Rechte und damit auch grunds&#228;tzlich dieselben Perspektiven. Andererseits war dieses Gleichsein auch bedrohlich, denn sie stellten permanent die eigenen Abstiegsm&#246;glichkeiten und Gef&#228;hrdungen vor Augen. Mit offener Gewalt gegen sie vorzugehen, verbot sich einerseits vom Gleichheitsprinzip her, war aber auch nicht praktikabel. Der Polizeistaat, der fl&#228;chendeckend gro&#223;e Bev&#246;lkerungsteile disziplinieren konnte, musste erst entstehen. Die gro&#223;en Kirchen fanden eine Antwort, die gesellschaftlich tragf&#228;hig war. Sie bestand in der institutionalisierten Wohlfahrt, in Diakonie und Caritas. Und sie hatte von vornherein auch einen polizeilichen Ansatz. Nicht zuletzt waren Gr&#252;nderv&#228;ter der Diakonie wie Johann Hinrich Wichern und Theodor Fliedner auch innerhalb des staatlichen Gef&#228;ngniswesens gefragt und wurden da t&#228;tig. Die Armenhilfe der frommen Kreise wurde erst in dem Moment relevant, wo sie &#252;ber die blo&#223;e Mildt&#228;tigkeit von Suppenk&#252;chen, Nachtasylen und medizinischer Notversorgung hinausging -n&#228;mlich da, wo H&#228;user f&#252;r die Armen gebaut wurden; nicht einfach daf&#252;r, dass sie von ihnen bewohnt w&#252;rden, sondern Anstalten, Zuchth&#228;user, in denen ihnen Zucht und Ordnung beigebracht werden sollte. Der Hamburger Theologe Johann Hinrich Wichern (1808-1881) gilt als die zentrale Figur der Diakonie. Er hatte in Wittenberg auf dem ersten deutschen evangelischen Kirchentag am 22. September 1848 (gerade mal ein halbes Jahr zuvor war die Revolution niedergeschlagen worden) eine zweist&#252;ndige spontane Rede gehalten, in welcher er soziales Handeln als zentrales Tun der Kirchen in der Welt herausstellte, mit dem sich die Liebe Christi verwirklichen lasse. Diese Rede f&#252;hrte zur Gr&#252;ndung des diakonischen Werkes. Mit dem &#8220;Rauhen Haus&#8221; hier in Hamburg, einer Einrichtung, in der er schon seit 1833 verwahrloste, verwaiste Kinder aufnahm und erzog, hatte er so etwas wie die Matrix der Anstalt geschaffen. Seine Programmatik bez&#252;glich des Staates legte er so dar: &#8220;Die Anstalt trachtet danach, dem Wohle des Staates in Umbildung solcher Personen, welche ihm ohne diese Hilfe wie einen Krebsschaden w&#252;rden eingewohnt haben, f&#246;rderlich zu sein, ohne ihn je l&#228;stig zu wollen.&#8221; (zitiert aus &#8220;S&#228;mtliche Werke, 4/1&#8243;, Leipzig 1897). Die neuen Anstalten entstanden bald &#252;berall. Sie lagen meist au&#223;erhalb der Ortschaften und -von Mauern umgeben -bildeten eigene &#214;rtlichkeiten: Es gab Wohnh&#228;user, Kirchen, Druckereien, Schulen, Werkst&#228;tten, Spit&#228;ler. Mit Bethel ist sogar eine ganze Stadt aus einer solchen Anstalt erwachsen. Es waren also schon topografisch und architektonisch Orte der Internierung. Alles, was nicht passte, fand sich nun dort wieder: Arbeitsscheue, Gauner, Blinde, leichte M&#228;dchen, Kr&#252;ppel, S&#228;ufer, Schwachsinnige, Irre, Waisen. Seither ist es ein Reflex, auf gesellschaftliche, vor allem soziale Probleme mit Internierung zu reagieren. Zwar liegt die Zeit der Arbeits-, Konzentrations-, Vernichtungs-, Straf- und Umerziehungslager (je nach Art des Regimes) drei bis sieben Jahrzehnte hinter uns, doch sind Fl&#252;chtlingslager undAbschiebegewahrsam weiterhin aktuell und das Pflege- und Betreuungsgetto kommt erst richtig in Schwung. Doch zur&#252;ck zur Etablierung der Einrichtungen und Heime. Die Gesellschaft hatte durch die Entstehung der &#246;ffentlichen F&#252;rsorge einen enormen Nutzen. Die Elenden verschwanden zun&#228;chst einmal von den Stra&#223;en, waren nicht mehr permanent pr&#228;sent. Das schlechte Gewissen des B&#252;rgertums angesichts der Armen und Haltlosen bekam nicht mehr t&#228;glich Futter. Es herrschte nicht nur mehr Ruhe und Ordnung im &#246;ffentlichen Raum, sondern auch in den Herzen und K&#246;pfen. Und es gab erstmalig einen Ort, wohin die Unpassenden passten. Es entstand ein Verwertungszusammenhang. Aber auch die Internierten hatten etwas davon: ein Dach &#252;berm Kopf, Kleidung, Essen und medizinische Versorgung. Und sie wurden erstmals nicht als M&#252;ll wahrgenommen. Die Erweckungsbewegung, eine breite pietistische Str&#246;mung, welche die Diakonie von Anfang an trug, sah in jedem Menschen eine Seele, die zu Christus bekehrt und gerettet werden sollte. Jeder Mensch hatte den gleichen Wert, der darin bestand, dass Christus f&#252;r seine S&#252;nden den Kreuzestod gestorben ist und seine Erl&#246;sung vollbracht hat. Es ging darum, dass sich der Einzelne f&#252;r Jesus entschied. In den Einrichtungen wurde darauf missionarisch hingearbeitet. Gleichzeitig ging es darum, dass der Einzelne es lernte, ein Leben in W&#252;rde, d. h. in b&#252;rgerlichem Anstand zu f&#252;hren. Dazu wurden alle, bei denen so etwas Sinn hatte, konditioniert. Viele lernten es, sich zu disziplinieren und so der Verwertung zur Verf&#252;gung zu stehen. F&#252;r andere mussten spezielle Wege gefunden werden, zum Beispiel f&#252;r die Blinden, die als Korbflechter und Besenbinder produktiv werden konnten. Diese Menschen kamen ganz oder zu Teilen heraus aus der Internierung und durchliefen halbwegs normale berufliche und b&#252;rgerliche Karrieren. Nat&#252;rlich schmeckte einigen von ihnen der Branntwein dann doch wieder zu gut. Oder sie schafften es nicht, p&#252;nktlich zur Arbeit zu erscheinen. So durchliefen sie die Zucht- und Besserungsanstalt mehrere Male. Auch das kennen wir bis heute. Andere -Leute wie ich, die permanent die Hilfe anderer brauchten -hatten lebensl&#228;nglich. Sie kamen aus den Einrichtungen nie heraus. Gleichzeitig wurden sie zu Objekten, die den Kirchen besonders viel Renommee eingebrachten. Ihnen zu helfen, galt als besonders selbstlos und edel, weil von ihnen ja kein Profit zu erwarten war. Im ambivalenten Gef&#252;hlshaushalt verk&#246;rperten sie gleichzeitig das maximale Angst-und Zerrbild des B&#252;rgertums, vor allem des protestantischen: der unt&#252;chtige, leistungsunf&#228;hige, hilfsbed&#252;rftige Mensch. Es gab (und gibt) gro&#223;e &#196;ngste, so zu sein, auch nur einen Menschen in der N&#228;he zu haben, der so ist. Umso besser lie&#223;en sich f&#252;r diese Arbeit Spenden einwerben, mit denen sich einerseits die F&#252;rsorgewirtschaft alimentieren konnte. Andererseits erforderte das einen st&#228;ndigen Kontakt der Kirchen zur Bev&#246;lkerung &#8211; und zwar &#252;ber Veranstaltungen und Abk&#252;ndigungen hinaus im konkreten Gespr&#228;ch mit einzelnen potenziellen Spendern. Sowohl die Kirchen als auch die Glaubensinhalte blieben im Gespr&#228;ch &#8211; und das vor dem Hintergrund eines enormen gesellschaftlichen Nutzens. Es sei noch kurz das Wirken des rheinischen Pastors Theodor Fliedner (1800 -1864) erw&#228;hnt, weil sich die Perspektiven der F&#252;rsorge, der Verwertung und der Emanzipation darauf besonders gut werfen lassen. Er schuf das Amt der Diakonisse. F&#252;r die Arbeit in den Anstalten wurde Personal gebraucht, das kosteng&#252;nstig war. Fliedner rekrutierte daf&#252;r unverheiratete Frauen. Eine b&#252;rgerliche Frau, die nicht verehelicht war, hatte innerhalb ihrer Schicht einen sehr niedrigen Wert. Selten konnte sie einer Erwerbsarbeit nachgehen. Es blieb ihr keine Wahl. Sie wurde in ihrer Herkunftsfamilie die verkniffene Tante und alte Jungfer, die mitern&#228;hrt werden musste. Fliedner holte diese Frauen und bildete sie f&#252;r die Pflege, Mission, Sozialarbeit, das Gef&#228;ngniswesen und die Schule aus. Er gab ihnen eine Tracht, die &#228;hnlich der Tracht einer verheirateten B&#252;rgersfrau war und organisierte sie in Schwesternschaften, die von Mutterh&#228;usern ausgingen, welche f&#252;r sie bei Krankheit und im Alter sorgten, sodass die Familie von dieser Pflicht entbunden war. Solange sie arbeitsf&#228;hig waren, schufteten sie f&#252;r Kost, Logie und ein kleines Taschengeld unbehelligt von famili&#228;ren Verpflichtungen und Beziehungsproblemen von morgens bis abends und oft auch noch die N&#228;chte hindurch. Bald war ohne sie das F&#252;rsorgesystem undenkbar. Ihre engagierte Arbeit hob das Niveau der Wohlfahrt ungemein. Sie waren f&#252;r die Arbeit bestens qualifiziert, hoch motiviert und extrem kosteng&#252;nstig. Aus der traditionellen Sicht der F&#252;rsorge gaben die Diakonissen dem entstehenden Wohlfahrtsystem die n&#246;tige Stabilit&#228;t. Sie waren sowohl fachlich als auch &#246;konomisch die Garantie daf&#252;r, dass die Arbeit, die getan werden musste, auch getan werden konnte. Die Unterbringung der Unpassenden in Anstalten stellte Internierung und Ausgrenzung dar. Das damit verbundene schlechte Gewissen der Gesellschaft lie&#223; sich nur beruhigen, wenn klar war, dass gut f&#252;r die Ausgegrenzten gesorgt war. Daf&#252;r standen die Diakonissen. Ihre Trach verlieh ihnen nun den Nimbus angesehener Frauen, allerdings kamen die meisten durch die umfangreichen Dienstzeiten selten in den Genuss, sich in der &#214;ffentlichkeit zu pr&#228;sentieren. So waren die Internierenden &#8211; zumindest in den niederen R&#228;ngen &#8211; selbst Internierte. Trotzdem zogen sie aus dieser Arbeit emanzipatorischen Gewinn. Als Unverheiratete mussten sie nicht unter Abwertung und Ignoranz leiden. Im Gegenteil: Sie gingen einer gesellschaftlich und religi&#246;s hoch bewerteten T&#228;tigkeit nach und geh&#246;rten innerhalb eines Heimes oder Spitals zu den unverzichtbaren Mitarbeitern. Das Modell boomte. Noch zu Lebzeiten Pastor Fliedners gab es bereits mehr als 80 weltweite Stationen und 25 Mutterh&#228;user. Als sich mit der fortschreitenden Industrialisierung die Stellung der Frau auch s&#228;kular ver&#228;nderte, nahm die Attraktivit&#228;t des Diakonissenstandes schnell wieder ab. Nach dem 2. Weltkrieg rekrutierte sich selbst aus den frommen Familien kaum noch Nachwuchs f&#252;r die Schwesternschaften. Die Diakonissen zeigen deutlich die Verquickung emanzipatorischer Gehalte mit dem Verwertungssystem. Sie konnten ihre diskriminierte Position nur verlassen, weil sich mit der F&#252;rsorge ein neuer Verwertungszusammenhang etablieren musste. Nicht nur die zu Bef&#252;rsorgenden, auch sie als die F&#252;rsorgenden waren zuvor nicht verwertbar. Und -das kam ja schon vorhin zur Sprache -dass &#252;berhaupt eine F&#252;rsorge in dieser Form entstand, aus der schlie&#223;lich der moderne Sozialstaat erwuchs, hatte seine Ursache im b&#252;rgerlichen Menschenbild, welches alle Menschen vom Grundsatz her f&#252;r gleich wert hielt und jedes Individuum f&#252;r wichtig. Die Versorgung der Behinderten legitimierte die Kirchen in einer sich rasant s&#228;kularisierenden Umgebung, stiftete Sinn f&#252;r das Personal und lie&#223; eine florierende F&#252;rsorgewirtschaft entstehen. Die Gesellschaft hatte ein gewaltiges neues Ordnungs- und Gewissensproblem gel&#246;st. Die Verlierer waren eindeutig die Behinderten. Sie lebten wie Gefangene -separiert von &#246;ffentlichen Leben und der allt&#228;glichen Kommunikation, ihrer b&#252;rgerlichen Grundrechte, ihres Handelns als Subjekt beraubt. Die Wohlfahrt hatte emanzipatorische Anteile, in ihrer Grundlage und in weiten Teilen vorfindlichen Realit&#228;t war sie aber paternalistisch. Der Paternalismus hat seine Wurzeln in der Fr&#252;hantike. Im Berliner Pergamonmuseum sind Tontafeln aus dem Mesopotamien des 3. Jahrtausends vor unserer Zeitrechnung ausgestellt, auf denen in Keilschrift festgehalten ist, was wir dann in den Psalmen und Prophetenspr&#252;chen des Alten Testaments immer wieder finden -n&#228;mlich, dass der K&#246;nig ein Hort f&#252;r die Witwen und Waisen im Land ist, eine Stimme der Elenden, ein St&#252;tze der Schwachen usw. Dieses fr&#252;hantike K&#246;nigtum hatte noch sehr viel von seiner Herkunft -der neolithische &#8220;H&#228;uptling&#8221; gebot meist &#252;ber &#228;hnlich gro&#223;e Gebiete und K&#246;pfe. Der K&#246;nig war also (zumindest entfernt) allen Untertanen pers&#246;nlich bekannt. Seine Macht erhielt er durch die kulturelle aber auch pers&#246;nliche Zuschreibung seiner Untertanen und ergab sich konkret vor Ort aus seinem Handeln. Dieses einfache autorit&#228;re Prinzip funktionierte schon in der Hochantike nicht mehr. Im beginnenden Industriezeitalter, der Massengesellschaft, die begann, sich in Nationen und Kontinenten zu begreifen, war die Idee, dass der Starke und M&#228;chtige den Schwachen gegen&#252;ber in der Pflicht stand, absurd und diente nur noch zur weiteren Entm&#228;chtigung der ohnehin schon Machtlosen. Wer bed&#252;rftig war, hatte keine Anspr&#252;che anzumelden. Er musste dankbar nehmen, was er bekam. Die Wohlfahrt institutionalisierte die Ohnmacht der Bed&#252;rftigen. Nur so hatte sie ihren Gewinn.</p>
<p>L&#246;sen wir uns jetzt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und nehmen einen anderenAufh&#228;nger, keine 100 Jahre sp&#228;ter, an welchem das Versagen der Wohlfahrt offenbar wird: Der Massenmord an Behinderten und Kranken im nationalsozialistischen Deutschland, die sogenannte Euthanasie. Damit wurde der Verwertungsgedanke auf die Spitze getrieben. Die Wohlfahrt er&#252;brigte sich, weil nichtverwertungsf&#228;higes Menschenmaterial nur noch kurzzeitig selektiert werden musste &#8211; n&#228;mlich, um es zu vernichten. Die Euthanasie der Nazis &#8211; in den 30ern und 40ern des letzten Jahrhunderts gab es &#252;brigens auch in Serbien, Schweden und anderen europ&#228;ischen Staaten die Praxis der Euthanasie ist undenkbar ohne die Entwicklung der Medizin zur K&#246;nigswissenschaft. Die Medizin vollbrachte im Verlauf des 19. Jahrhunderts pl&#246;tzlich wahre Wunder. Wachte man bis dato an einem tr&#252;ben Herbstmorgen mit einem hartn&#228;ckigen Husten auf, war es nichts Ungew&#246;hnliches, kurz darauf zum Kirchhof getragen zu werden. Nun ging man zum Arzt, der verschrieb irgendeine Substanz gegen irgendwelche unsichtbaren Wesen und man wurde tats&#228;chlich gesund. Man stand der Verwertung wieder voll zur Verf&#252;gung. Im Zeitalter der Maschinen konnte endlich auch der K&#246;rper als Mechanismus definiert werden. Nur durch das Zerlegen des Ganzen in seine Einzelteile konnte die Funktionalit&#228;t des Menschenleibs &#252;berhaupt begriffen werden. Das war schon im Mittelalter das Bestreben fortschrittlicher Anatomen. Allerdings geschah das Sezieren von Leichen unter dem ablehnenden Blick der Umgebung, insbesondere der tonangebenden Kirche. Es w&#228;re mindestens eine Dissertation wert, herauszufinden, ob nicht erst das Wirken der Anatomen der Renaissance und deren Vorstellung des K&#246;rpers als Mechanismus die Maschinen der Produktion hervorgebracht haben. Jedenfalls gab es in der Medizin im 19. Jahrhundert analog zum Produktion einen ungeheuren Zuwachs an Wissen und Technologie. Man hatte nun verstanden, wo etwas geschraubt, geschnitten, ersetzt werden musste, welche Substanz zuzuf&#252;hren und welche zu mindern ist, um die K&#246;rpermechanik wieder in Gang zu bringen. Einerseits waren die &#196;rzte also Mechaniker, andererseits wurden sie zu den Halbg&#246;ttern in Wei&#223;. Die Halbg&#246;tter kr&#228;nkte es, wenn ihre Macht in Frage stand, z. B. durch Leute wie mich, an denen sie schrauben und schneiden konnten, soviel sie wollten, die aber partout nicht funktionieren wollten. Der Mechaniker sagte: &#8220;Das ist minderwertiges Material. Das k&#246;nnen wir wegschmei&#223;en!&#8221; Der Halbgott: &#8220;Wir erl&#246;sen ihn von seinem Leiden.&#8221; Gemeint war dasselbe -wenn das Leiden an einem Menschen nicht beseitigt werden konnte, musste eben der Mensch beseitigt werden. Die Medizin beschrieb den Menschen als Funktionszusammenhang, nicht mehr als Wesen. Wenn dieser Funktionszusammenhang gest&#246;rt war und von der Medizin nicht mehr hinreichend hergestellt werden konnte, lief das Individuum Gefahr, das Lebensrecht abgesprochen zu bekommen. Die traditionelle F&#252;rsorge, die ja aus einer sehr frommen christlichen Ethik hervorging und dieser immer auch verpflichtet war, stand sp&#228;testens dann, wenn es um T&#246;tung ging, gegen den Trend einer rein technokratischen und utilitaristischen Bewertung des Menschen. Im Vorfeld jedoch war sie dagegen nicht gefeit. Es waren z. B. Anstalten der Diakonie (hier besonders Bethel), die bereits zur Jahrhundertwende im Umfeld der Ideen von Volksgesundheit und Kriminalbiologie zu den Pionieren und Vordenkern von Zwangssterilisation und sogar -kastration behinderter Menschen geh&#246;rten. Die Euthanasie lieferte die technologische Grundlage (z. B. Zyklon B) f&#252;r die nachfolgenden Morde an Juden, Roma, Homosexuellen. Die Behinderten waren die erste Opfergruppe. An ihnen wurde der industrielle Massenmord sozusagen noch ge&#252;bt und verfeinert, bevor er in der Breite angewandt werden konnte. Sie wiesen gegen&#252;ber den anderen potenziellen Opfern einen gro&#223;en Vorteil auf: Man musste sie nicht internieren; sie waren es bereits. Sp&#228;testens hier zeigt sich das Versagen der Wohlfahrt und auch der kirchlichen Ethik. Die meisten Anstalten arbeiteten mit den staatlichen Beh&#246;rden zusammen, stellten selektierende Listen ihrer Insassen zusammen und gaben diese Menschen dann auch in die T&#246;tungsanstalten. Das hatte damit zu tun, dass die F&#252;rsorge -wie gesagt -paternalistisch war, also autorit&#228;r und obrigkeitsfixiert. Das machte sie (wie die meisten Christen in Deutschland &#252;brigens) anf&#228;llig f&#252;r das nationalsozialistische Gedankengut und erst recht f&#252;r das strikte gewaltt&#228;tige Regime. Trotzdem: Es gab einen nennenswerten Widerstand gegen den Nationalsozialismus aus kirchlichen Kreisen und dieser hatte wesentlichen Anteil daran, dass das Euthanasieprogramm beendet wurde. Ber&#252;hmt sind die Predigten des katholischen M&#252;nsteraner Bischofs Graf von Galen, in denen er den staatlichen Mord an Behinderten und Kranken &#246;ffentlich machte. Und es waren immer wieder Leiter von Anstalten, die sich der Erfassung und Kategorisierung ihrer Sch&#252;tzlinge und deren Abtransport erfolgreich widersetzten. Das couragierte Engagement dieser Einzelpersonen spricht jedoch gegen die Kirchen und die Wohlfahrt. Es w&#228;re nicht n&#246;tig gewesen, wenn sich die gro&#223;en Verb&#228;nde sozialpolitisch und ethisch gegen das Verbrechen gestellt h&#228;tten. Dar&#252;ber hinaus &#252;berwindet auch dieses Engagement nicht das Grunddilemma der Wohlfahrt: die absolute Abh&#228;ngigkeit und Ohnmacht der Hilfebed&#252;rftigen. Es zeigt sich allein schon in der Einordnung und Kommunikation dieses Widerstandshandelns. Ein Beispiel: Ich verbrachte die letzten vier Schuljahre Mitte der 70er in Arnstadt in Th&#252;ringen im Marienstift einer Anstalt der Inneren Mission. Im Anstaltsgel&#228;nde gab es zwei Tafeln, die auf die Nazizeit verwiesen. Eine erinnerte an Diakonissen, die get&#246;tet wurden, weil sie aus dem Luftschutzkeller noch einmal nach oben gingen, um dort noch verbliebene Kinder in den Schutzraum zu schaffen. Da begann bereits das Bombardement. Wenn sie get&#246;tet wurden, was geschah mit den Kindern? Warum standen sie nicht mit auf der Gedenktafel? Die andere Tafel war wesentlich repr&#228;sentativer. Sie nahm den Eingangsbereich des neuen Kinderheimes ein und lautete &#8220;Pfarrer Friedrich Behr (dann seine Lebensdaten), Vater der K&#246;rperbehinderten&#8221;. Es handelte sich um den Anstaltsleiter in der NS-Zeit. Er war den staatlichen Beh&#246;rden mit einer strikten Weigerung bez&#252;glich Erfassung, Kategorisierung und &#220;berlieferung seiner Anstaltsinsassen gegen&#252;bergetreten. &#8220;Nur &#252;ber meine Leiche&#8221;, soll er gesagt haben. Verst&#228;ndlich, dass sich eine Einrichtung mit solch einem Helden gern schm&#252;ckt. Mir ist jedoch nicht eine Einrichtung der Diakonie oder des Staates bekannt, wo eine Gedenktafel an die Opfer der Euthanasie erinnert, die hier preisgegeben wurden. Im Marienstift gab es damals einen alten geistigbehinderten Mann: Rudi. Er war immer fr&#246;hlich und sehr kommunikativ. Der Anstaltsleiter zu meiner Zeit -ein Sohn des Friedrich Behr -, hatte Rudi zu seinem Maskottchen gemacht. Immer, wenn er &#252;ber das Anstaltsgel&#228;nde ging und Rudi sah, rief er ihn zu sich und scherzte mit ihm. Besonders gern tat er das, wenn repr&#228;sentativer Besuch von au&#223;en dabei war. Das hatte etwas von einem Zoodirektor, der sich &#246;ffentlich mit einem Affen inszenierte. Doch egal -Rudi hatte daran immer seinen Spa&#223; und das Protektorat des Chefs brachte ihm im Alltag manchen Vorteil. Rudi sprach mit einer Fistelstimme und hatte kaum Bartwuchs. Es wurde erz&#228;hlt, er w&#228;re kastriert worden. Wo war da der Vater der K&#246;rperbehinderten? War er gar der T&#228;ter? Die Wohlfahrt hat aus ihrer eigenen Sicht bez&#252;glich der Euthanasie versagt, weil sie ihr Menschenbild verriet und dem eigenen Anspruch des Schutzes und der F&#252;rsorge gegen&#252;ber den Schwachen nicht gerecht wurde. Aus emanzipatorischer Sicht hat sie versagt, weil sie Hilfegew&#228;hrung und absolute Abh&#228;ngigkeit und Machtlosigkeit derer, die die Hilfe bekamen, installierte und zementierte. Anders gesagt: Die totale Ausgrenzung und Entrechtung behinderter Menschen, die das Wesen der Wohlfahrt kennzeichnen, f&#252;hrte zwangsl&#228;ufig zu ihrer Vernichtung. Das wird nach Beendigung des aktiven Euthanasieprogramms der Nazis fatal deutlich. Der &#8220;hei&#223;en&#8221; Phase folgte die &#8220;kalte&#8221;. Die Anstalten werden nach Hitlers Anordnung kaum noch mit Nahrungsmitteln, Medizin und Heizmaterial versorgt. In den strengen Wintern der Mittvierziger Jahre herrschten in den R&#228;umen der Einrichtungen oft &#252;ber Wochen Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt und es gab nur d&#252;nne Suppen. Die Leute starben massenhaft an Unterern&#228;hrung und Lungenentz&#252;ndung. Die Opfer der Euthanasie werden mit ca. 300.000 Menschen beziffert. Wie hoch die Opferzahlen dieser Praxis sind, l&#228;sst sich nicht feststellen. Vor allem endete sie nicht mit dem 8. Mai 1945, sondern zog sich durch die gesamten Jahre des Nachkriegs. Oft blieb von den zugewiesenen extrem niedrigen Kontingenten noch nicht einmal alles bei den Behinderten. Viele Mitarbeiter nahmen Essen und Kohlen mit nach Hause f&#252;r ihre Kinder.</p>
<p>Als Anfang der 90er der eiserne Vorhang gefallen war, liefen verst&#246;rende Bilder &#252;ber die Bildschirme. Sie kamen aus den Karpaten und Sibirien, aber auch aus &#220;ckerm&#252;nde in Vorpommern und Bad Blankenburg in Th&#252;ringen. Schwerbehinderte mussten unter widrigsten Bedingungen dahinvegetieren. Sie waren an die Betten gefesselt und starrten den ganzen Tag die Decke an, oder wurden zu zehnt in einem Raum von 30 Quadratmetern gehalten, bekamen hartes Brot und bereits verdorbene Nahrungsmittel zu essen, erhielten st&#228;ndig starke Beruhigungsmittel; ihre Kleidung in Fetzen, die R&#228;ume ungeheizt, die Fu&#223;b&#246;den bedeckt mit Exkrementen. Auch wenn solche Zust&#228;nde im Ostblock in den 80ern und 90ern nicht fl&#228;chendeckend waren, bekamen hier &#8211; fast ein halbes Jahrhundert sp&#228;ter &#8211; behinderte Menschen von den knappen Ressourcen viel zu wenig ab und hatten keinerlei M&#246;glichkeit, ihre Rechte einzufordern oder gar wahrzunehmen.</p>
<p>Das Motto dieser Vorlesungsreihe lautet &#8220;Behinderung ohne Behinderte&#8221;. Ich fasse es so auf, dass dar&#252;ber nachgedacht werden soll, wie die Zuschreibung &#8220;behindert&#8221; und die damit einhergehende Ausgrenzung und Abwertung &#252;berwunden werden kann. Vor dem Hintergrund des bisher Vorgetragenen sind weitestgehende Barrierefreiheit und gro&#223;z&#252;gig gedeckter Hilfebedarf (so stellt sich unsereins das Behindertenparadies vor) nicht in der Lage, die Konstruktion des &#8220;Anderen&#8221; aufzul&#246;sen. Trotzdem stellen derartige Forderungen und ihre m&#252;hselige Umsetzung in den letzten 40 Jahren den Zugang dar. Sie sind eindeutig der Emanzipation zuzuordnen. Der emanzipatorische Politikansatz geht nicht mehr davon aus, dass B&#252;rgern Rechte gew&#228;hrt werden, sondern dass sie sie haben und somit einfordern und deren gesellschaftliche Wirklichkeit selbst gestalten k&#246;nnen. Niemand h&#228;tte von 30 Jahren gedacht, dass Schlagworte der Kr&#252;ppelbewegung wie &#8220;Barrierefreiheit&#8221;, &#8220;Teilhabe&#8221; und &#8220;Selbstbestimmung&#8221; in den Sprachgebrauch der Politik, ja in Gesetzestexte, finden w&#252;rden. Es h&#228;tte trotz allen Aufruhrs und aller Vehemenz, mit der auf die Diskriminierung verwiesen wurde, keine Erfolge gegeben, wenn nicht der &#8220;b&#252;rgerlichen Grundwert&#8221; der Unverletzlichkeit der Person, der Unantastbarkeit der Menschenw&#252;rde vorhanden gewesen w&#228;re, an den man appellieren konnte. Die Mehrheit hat also in den Forderungen und Anspr&#252;chen der &#8220;Anderen&#8221; die eigenen Forderungen an die Gesellschaft erkannt. Und damit ist f&#252;r die Mehrheit ein wichtiger Schritt getan, das Andere nicht mehr das Andere sein zu lassen, sondern zum Eigenen zu machen. Es gibt Wohngruppen und Kleinstheime innerhalb ganz normaler Mieth&#228;user in den St&#228;dten. Es gibt ambulante Versorgung und pers&#246;nliche Assistenz. Viele Kindertagesst&#228;tten und Schulen sind in der Lage, behinderte Kinder aufzunehmen. Restaurants haben Rollstuhltoiletten, Stra&#223;enbahnen Einstiegshilfen. Vor 10 Jahren begann dann auch das hochoffizielle Reden vom &#8220;Paradigmenwechsel in der Behindertenpolitik weg von der F&#252;rsorge hin zur Teilhabe&#8221;, wobei F&#252;rsorge nicht institutionell gemeint war. Seit 2009 hat Deutschland die UN-Konvention f&#252;r die Rechte behinderter Menschen ratifiziert. Seitdem ist Inklusion das Schlagwort. Von der Begrifflichkeit her gesehen sind wir in der besseren Welt angekommen. Die Wirklichkeit entspricht dem nicht. Vor allem schwerbehinderte B&#252;rger sind weiterhin und mitunter auch neuerdings massiven Benachteiligungen, Diskriminierungen und Ausgrenzungen ausgesetzt. Mit der &#214;ffnung nach au&#223;en und der Ambulantisierung hat sich zum Beispiel die Versorgung und F&#246;rderung der in den Einrichtungen Verbliebenen (zumeist sind es Schwerstmehrfachbehinderte) deutlich verschlechtert. Teilhabe, Inklusion soll m&#246;glich sein, aber sie darf nichts kosten. Hier versickert der emanzipatorische Strom in der paternalistischen W&#252;ste. Die &#246;ffentliche Hand gibt sich als der Wohlt&#228;ter, der zahlt &#8211; oder auch nicht. Je nach Kassenlage kann Inklusion f&#252;r einen wie mich Einschluss in die Gesellschaft, in die eigene Wohnung oder in die Einrichtung bedeuten. Eine Hilfeform wie die pers&#246;nliche Assistenz, bei welcher derjenige, der die Hilfe bekommt, die Hilfe auch strukturiert, indem er bestimmt, wer bei ihm arbeitet, wie die Arbeitszeiten sind, was wie getan wird und wie die bereitgestellten Gelder konkret verwendet werden -eine solche Hilfeform, ohne die es f&#252;r Menschen mit einem h&#246;heren Hilfebedarf eigentlich keine Selbstbestimmung gibt, muss immer wieder im Einzelfall erstritten werden. Wenn dar&#252;ber hinaus noch das pers&#246;nliche Budget beantragt wird, wird seitens des Kostentr&#228;gers oft erst einmal behauptet, so etwas g&#228;be es &#252;berhaupt nicht. Ist eine derartige Realit&#228;tsverweigerung noch relativ einfach zu &#252;berwinden, sieht es im Kampf um die Anerkennung eines ausreichenden Hilfebedarfs schon viel problematischer aus. H&#228;ufig werden nicht einmal alle pflegerischen Erfordernisse anerkannt. Ein Toilettengang in der Nacht, mehrmaliges Wenden w&#228;hrend des Schlafes &#8211; Windeln und eine Dekubitusmatratze tun es auch. Wenn es darum geht, in die Stadt gehen zu k&#246;nnen, einkaufen, kochen oder verreisen, wird es richtig schwierig. Assistenz f&#252;r solche f&#252;r andere Menschen selbstverst&#228;ndlichen Alltagsdinge wird von Fallmanagern oder Gruppenleitern als Luxus angesehen. Selbstverst&#228;ndlich ist Teilhabe, bzw. Inklusion nicht. Sie muss immer noch erstritten werden. Das Konstrukt &#8220;Behinderung&#8221;, die Zuweisung des Andersseins durch die Mehrheit der Normalen, wird sich weiter aufl&#246;sen, wenn die Mehrheit sich auch in diesem Konstrukt wiederfinden kann, bzw. muss. Allein durch die erweiterten M&#246;glichkeiten der Medizin und das h&#246;here Alter, was die Leute erreichen, nat&#252;rlich auch durch Snowboarden, Motorradfahren, Bergsteigen, Berufsverkehr geh&#246;rt eine Behinderung mittlerweile allgemein zum biografischen Horizont. Eine M&#246;glichkeit des Umgangs ist nach wie vor die Verdr&#228;ngung inklusive der Euthanasie. Sie findet nun nicht mehr diktatorisch, das hei&#223;t von au&#223;en verordnet statt, sondern demokratisch und selbstbestimmt. Die Leute sagen nun: &#8220;Wenn es einmal so weit kommt mit mir, dann m&#246;chte ich nicht mehr leben.&#8221; Sie legen das als Patientenverf&#252;gung nieder oder lassen sich, wenn es dann so weit ist, ins nahe gelegene Ausland verbringen, um sich dort legal das sicher wirkende Gift verabreichen zu lassen. Aber auch die andere M&#246;glichkeit findet statt: Die Leute sehen ihre behinderten Verwandten, Nachbarn, Mitsch&#252;ler, Kollegen und erleben sie weniger als Projektionsfl&#228;che und mehr als konkrete Menschen. Sie erleben, dass sie Freuden und Sorgen wie sie selbst haben, dass sie kein vorgegebenes Leben f&#252;hren m&#252;ssen, sondern ein eigenes gestalten k&#246;nnen wie sie auch, dass es f&#252;r unterschiedliche Einschr&#228;nkungen unterschiedliche Hilfen gibt. So k&#246;nnen sie sich von vornherein mit einer m&#246;glichen Behinderung arrangieren.</p>
<p>Zu Beginn hatten wir konstatiert, dass die Gruppe der Behinderten sich vor allem deshalb vergr&#246;&#223;ert, weil immer mehr Behinderungen deklariert werden. Eine Floskel in den 80ern lautete: &#8220;Behindert sind wir ja irgendwie alle.&#8221; Nun muss es hei&#223;en: &#8220;Behindert sind wir alle -irgendwann einmal&#8230; &#8211; vielleicht schon morgen.&#8221;</p>
<p>Danke f&#252;r eure Aufmerksamkeit und Geduld!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://birgit-monteiro.de/matthias-vernaldi-stellte-mir-als-gastbeitrag-fur-meine-homepage-seinen-vortrag-zur-verfugung-den-er-im-rahmen-der-ringvorlesung-behinderung-ohne-behinderte-perspektiven-der-disability-studies/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Laudatio anl&#228;sslich der Verleihung des Generationenpreises f&#252;r das Ehrenamt an Dagmar Olschewsky, Michael Tenz und Karin Wanzlick auf dem Jahresempfang der SPD-Lichtenberg am 11.05.12</title>
		<link>http://birgit-monteiro.de/laudatio-anlasslich-der-verleihung-des-generationenpreises-fur-das-ehrenamt-an-dagmar-olschewsky-michael-tenz-und-karin-wanzlick-auf-dem-jahresempfang-der-spd-lichtenberg-am-11-05-12/</link>
		<comments>http://birgit-monteiro.de/laudatio-anlasslich-der-verleihung-des-generationenpreises-fur-das-ehrenamt-an-dagmar-olschewsky-michael-tenz-und-karin-wanzlick-auf-dem-jahresempfang-der-spd-lichtenberg-am-11-05-12/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 14 May 2012 09:41:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Laura</dc:creator>
				<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Ehrenamt]]></category>
		<category><![CDATA[Generationspreis für das Ehrenamt]]></category>
		<category><![CDATA[Laudatio]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://birgit-monteiro.de/?p=1424</guid>
		<description><![CDATA[&#8220;Sehr geehrte Anwesende, der letzte Preis des heutigen Abends beweist, dass Engagement nicht an ein bestimmtes Alter gebunden ist. 218 Lebensjahre werfen meine 3 Preistr&#228;ger gemeinsam in die Waagschale. &#160; Ich spreche von Dagmar Olschewsky, die heute leider nicht hier sein kann. Von Michael Tenz und Karin Wanzlick. Zwei Frauen und ein Mann. Die verschiedener [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img id="yui_3_5_0_3_1337002725926_1083" style="border: 0pt none;" src="http://farm9.staticflickr.com/8026/7195356082_1569133dd1_m.jpg" alt="11.05.12_III" width="240" height="160" border="0" data-thumbdata="" /></p>
<p><strong><span style="font-family: Verdana,serif;">&#8220;Sehr geehrte Anwesende,</span></strong></p>
<p><strong><span style="font-family: Verdana,serif;">der letzte Preis des heutigen Abends beweist, dass Engagement nicht an ein bestimmtes Alter gebunden ist. 218 Lebensjahre werfen meine 3 Preistr&#228;ger gemeinsam in die Waagschale.</span></strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: Verdana,serif;">Ich spreche von Dagmar Olschewsky, die heute leider nicht hier sein kann. Von Michael Tenz und Karin Wanzlick. Zwei Frauen und ein Mann. Die verschiedener kaum sein k&#246;nnen. Verbunden im gemeinsamen Engagement.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: Verdana,serif;">Dagmar Olschewsky:</span></p>
<p><span style="font-family: Verdana,serif;">Die Heizerin, die ein Arbeitsleben lang in einem Heiz&#246;lkeller t&#228;tig und dabei trotzdem keine Exotin war. 3-4 Frauen arbeiteten mit ihr gemeinsam dort. Der Vater war Sozialdemokrat, Dagmar selbst seit 1956 SPD-Mitglied.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: Verdana,serif;">Michael Tenz:</span></p>
<p><span style="font-family: Verdana,serif;">Selbst&#228;ndiger. 15 Jahre lang Besitzer des Imbisses am Kaiserdamm. Danach 16 Jahre Chef des gr&#246;&#223;ten Berliner Hallentr&#246;delmarktes in der Arena in Treptow.<span id="more-1424"></span></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: Verdana,serif;">Karin Wanzlick: </span></p>
<p><span style="font-family: Verdana,serif;">Sekret&#228;rin. Chefsekret&#228;rin, Mitarbeiterin in den Bundestagsb&#252;ros von Anke Fuchs und Susanne Kastner. Gewerkschafterin und langj&#228;hrige Personalr&#228;tin.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: Verdana,serif;">Alle drei haben ein Leben lang gearbeitet, sind jetzt im Ruhestand. Ohne sich zur Ruhe zu setzen. Alle drei sind Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft 60+, kannten den Margaretentreff der AWO von ihren monatlichen Sitzungen. Sie erlebten, wie eigentlich attraktive R&#228;ume, zunehmend weniger genutzt wurden und in einen tiefen Schlaf fielen. In einen Schlaf der durchaus das Ende des Margaretentreffs h&#228;tte bedeuten k&#246;nnen. Damit wollten sich nicht abfinden. Sie waren dabei als sich vor einem reichlichen Jahr die Interessengemeinschaft Margaretentreff gr&#252;ndete, begleitet und unterst&#252;tzt von der AWO S&#252;dost.</span></p>
<p><span style="font-family: Verdana,serif;">Sie dachten mit, sie stritten mit. Auch bei der Konzeptentwicklung: </span></p>
<p><span style="font-family: Verdana,serif;">Ein Treff f&#252;r alle Generationen sollte entstehen. Mit Angeboten der Beratung, der Betreuung, mit Bildung und Freizeitm&#246;glichkeiten. Die Einrichtung von Café und Plauderst&#252;bchen wurde vorgeschlagen. Sowie ein enges Miteinander von Haupt- und Ehrenamtlichen.</span></p>
<p><span style="font-family: Verdana,serif;">Das war aber erst der Anfang. Sie f&#252;hrten eine Inventur durch. Halfen bei den Renovierungsarbeiten, bei der Entr&#252;mpelung des Margaretentreffs und bei seiner Neueinrichtung. Sie waren nicht allein, sondern weitere Mitglieder der AG 60+ lie&#223;en sich von diesem Elan anstecken und engagierten sich ebenfalls. Gemeinsam organisierten sie w&#228;hrend der Arbeiten die Verpflegung f&#252;r alle Helfer, Michael transportierte Menschen und Material. Die drei verhalfen der Wiederer&#246;ffnungsfeier zum Erfolg, verteilten Flyer f&#252;r den Tag der offenen T&#252;r, organisieren Kiezfr&#252;hst&#252;ck und Kaffeeklatsch. Sie hauchten dem Plauderst&#252;bchen Leben ein.</span></p>
<p><span style="font-family: Verdana,serif;">Und sind trotzdem bisweilen ungeduldig. Viel mehr Menschen wollen sie mit ihrer Arbeit im Margaretentreff erreichen. Sie werden das schaffen. Denn sie bringen den daf&#252;r notwendigen langen Atem mit.</span></p>
<p><span style="font-family: Verdana,serif;">Wir zeichnen heute diese 3 „WIEDERBELEBER“ aus, weil sie sich nicht zur&#252;ckgelehnt haben. Weil sie zugepackt haben und weiterhin zupacken.</span></p>
<p><span style="font-family: Verdana,serif;">Und weil sie Vorbild sind: f&#252;r Engagement in der Gesellschaft &#8211; und andere Menschen! </span></p>
<p><span style="font-family: Verdana,serif;">Drei Preistr&#228;ger: Dagmar Olschewsky, Michael Tenz, Karin Wanzlick:</span></p>
<p><span style="font-family: Verdana,serif;">Alle drei sagten mir: Ohne Gabi Kind w&#228;re die Wiederbelebung des Margaretentreffs nie und nimmer gelungen. Gabi Kind, die in ihrer Zeit als Mitglied des Abgeordnetenhauses folgendes als ihr Lebensmotto benannte: „Wer keinen Mut zum Tr&#228;umen hat, hat keine Kraft zu k&#228;mpfen.“</span></p>
<p><span style="font-family: Verdana,serif;">Karin Wanzlick, Michael Tenz, ich bitte Euch nach vorn, um den Generationenpreis f&#252;r das Ehrenamt, auch stellvertretend f&#252;r Dagmar Olschewsky, heute Abend entgegenzunehmen.</span></p>
<p><span style="font-family: Verdana,serif;">Und Gabi Kind, die Mutter dieses Erfolgs, bitte ich ebenfalls nach vorn.&#8221;</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Birgit Monteiro</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img id="yui_3_5_0_3_1337000908516_1107" src="http://farm8.staticflickr.com/7089/7195354198_840d6deb8e_m.jpg" alt="11.05.12_IV" width="240" height="162" border="0" data-thumbdata="" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img id="yui_3_5_0_3_1337000908516_1141" src="http://farm6.staticflickr.com/5151/7195355312_9d28d520d5_m.jpg" alt="11.05.12_II" width="240" height="186" border="0" data-thumbdata="" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img id="yui_3_5_0_3_1337002725926_1039" src="http://farm8.staticflickr.com/7079/7195341194_3154d3a98c_m.jpg" alt="11.05.12_I" width="240" height="180" border="0" data-thumbdata="" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img id="yui_3_5_0_3_1337002725926_1083" src="http://farm9.staticflickr.com/8026/7195356082_1569133dd1_m.jpg" alt="11.05.12_III" width="240" height="160" border="0" data-thumbdata="" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://birgit-monteiro.de/laudatio-anlasslich-der-verleihung-des-generationenpreises-fur-das-ehrenamt-an-dagmar-olschewsky-michael-tenz-und-karin-wanzlick-auf-dem-jahresempfang-der-spd-lichtenberg-am-11-05-12/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Pilgertour nach Ahrensfelde</title>
		<link>http://birgit-monteiro.de/pilgertour-nach-ahrensfelde/</link>
		<comments>http://birgit-monteiro.de/pilgertour-nach-ahrensfelde/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 02 May 2012 17:50:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Birgit Monteiro</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlin-Brandenburg entdecken]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen mit Behinderung]]></category>
		<category><![CDATA[Pilgertour]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://birgit-monteiro.de/?p=1355</guid>
		<description><![CDATA[Waren die Pilgerwege des Mittelalters barrierefrei? Sie waren es nicht. Und trotzdem pilgerten damals besonders viele Kr&#252;ppel, wie man Menschen mit Behinderung nannte. Sie machten sich auf den Weg, um Heilung von ihren Leiden zu finden.  Heute erwarten sie nicht Heilung, sondern fordern zu Recht Barrierefreiheit. Denn Deutschland ratifizierte die UN-Behindertenrechtskonvention bereits im Jahr 2009. Am [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><strong><a href="http://birgit-monteiro.de/wp-content/uploads/IMG_0175.jpg"><img class="aligncenter  wp-image-1357" title="2. Gemeinsame Tagespilgertour von Menschen mit und ohne Behinderung" src="http://birgit-monteiro.de/wp-content/uploads/IMG_0175-1024x682.jpg" alt="" width="553" height="368" /></a></strong></p>
<p style="text-align: left;"><strong>Waren die Pilgerwege des Mittelalters barrierefrei? Sie waren es nicht.</strong> Und trotzdem pilgerten damals besonders viele Kr&#252;ppel, wie man Menschen mit Behinderung nannte. Sie machten sich auf den Weg, um Heilung von ihren Leiden zu finden.  Heute erwarten sie nicht Heilung, sondern fordern zu Recht Barrierefreiheit. Denn Deutschland ratifizierte die UN-Behindertenrechtskonvention bereits im Jahr 2009. Am Tage unserer Pilgertour funktionierte zwar der Aufzug am S-Bahnhof K&#246;penick, dem Ausgangspunkt unserer Pilgertour -  aber nicht in Karlshorst, wo ein an der Tour teilnehmender Rollstuhlfahrer die S-Bahn nehmen wollte. Hier w&#228;re f&#252;r ihn die „Tour“ zu Ende gewesen, wenn nicht Menschen den Rollstuhl die Bahnhofstreppe hinaufgetragen h&#228;tten.</p>
<p><strong>Gemeinsam Barrieren &#252;berwinden: das war auch das Motto dieser Pilgertour.</strong><span id="more-1355"></span></p>
<p>Im letzten Jahr waren Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam von Hennigsdorf nach B&#246;tzow gepilgert, in diesem Jahr f&#252;hrte uns die Tour von K&#246;penick entlang des Wuhleweges nach Ahrensfelde.</p>
<p>F&#252;r den 28. April war es in diesem Jahr ungew&#246;hnlich hei&#223;. Ein Vorteil f&#252;r die Fahrer von E-Rollst&#252;hlen, die den Fu&#223;g&#228;ngern st&#228;ndig voraus waren.</p>
<p>Auf der H&#228;lfte des Weges wurden wir in der Krankenhauskirche im Wuhlgarten herzlich von Dr. Thomas Pfeifer und seinem Team mit einem liebevoll vorbereiteten Imbiss und wundervollem Orgelspiel empfangen.  Nat&#252;rlich sind auch barrierefreie Toiletten und eine Ladem&#246;glichkeit f&#252;r die Akkus der E-Rollst&#252;hle, die wir in der Kirche vorfanden,  unerl&#228;sslich f&#252;r eine solche Tour.</p>
<p>Die H&#228;lfte der Gruppe beendete hier die Pilgertour, die andere H&#228;lfte setzte sie noch bis zum S-Bahnhof Ahrensfelde fort.</p>
<p>Fazit unserer Tour: Viele Barrieren sind gemeinsam &#252;berwindbar!</p>
<p>Deshalb gehen wir auch im n&#228;chsten Jahr wieder auf Tour.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Birgit Monteiro</p>
<p>Diese Tour wurde gemeinsam durchgef&#252;hrt mit dem Roller und Latscher e.V. und dem Kiezspinne FAS e.V.
<a href='http://birgit-monteiro.de/pilgertour-nach-ahrensfelde/2-gemeinsame-tagespilgertour-von-menschen-mit-und-ohne-behinderung/' title='2. Gemeinsame Tagespilgertour von Menschen mit und ohne Behinderung'><img width="150" height="150" src="http://birgit-monteiro.de/wp-content/uploads/IMG_0175-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="2. Gemeinsame Tagespilgertour von Menschen mit und ohne Behinderung" title="2. Gemeinsame Tagespilgertour von Menschen mit und ohne Behinderung" /></a>
<a href='http://birgit-monteiro.de/pilgertour-nach-ahrensfelde/2-gemeinsame-tagespilgertour-von-menschen-mit-und-ohne-behinderung-2/' title='2. Gemeinsame Tagespilgertour von Menschen mit und ohne Behinderung'><img width="150" height="150" src="http://birgit-monteiro.de/wp-content/uploads/IMG_0022-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="2. Gemeinsame Tagespilgertour von Menschen mit und ohne Behinderung" title="2. Gemeinsame Tagespilgertour von Menschen mit und ohne Behinderung" /></a>
<a href='http://birgit-monteiro.de/pilgertour-nach-ahrensfelde/2-gemeinsame-tagespilgertour-von-menschen-mit-und-ohne-behinderung-3/' title='2. Gemeinsame Tagespilgertour von Menschen mit und ohne Behinderung'><img width="150" height="150" src="http://birgit-monteiro.de/wp-content/uploads/IMG_0103-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="2. Gemeinsame Tagespilgertour von Menschen mit und ohne Behinderung" title="2. Gemeinsame Tagespilgertour von Menschen mit und ohne Behinderung" /></a>
<a href='http://birgit-monteiro.de/pilgertour-nach-ahrensfelde/2-gemeinsame-tagespilgertour-von-menschen-mit-und-ohne-behinderung-4/' title='2. Gemeinsame Tagespilgertour von Menschen mit und ohne Behinderung'><img width="150" height="150" src="http://birgit-monteiro.de/wp-content/uploads/IMG_0210-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="2. Gemeinsame Tagespilgertour von Menschen mit und ohne Behinderung" title="2. Gemeinsame Tagespilgertour von Menschen mit und ohne Behinderung" /></a>
<a href='http://birgit-monteiro.de/pilgertour-nach-ahrensfelde/2-gemeinsame-tagespilgertour-von-menschen-mit-und-ohne-behinderung-5/' title='2. Gemeinsame Tagespilgertour von Menschen mit und ohne Behinderung'><img width="150" height="150" src="http://birgit-monteiro.de/wp-content/uploads/IMG_0224-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="2. Gemeinsame Tagespilgertour von Menschen mit und ohne Behinderung" title="2. Gemeinsame Tagespilgertour von Menschen mit und ohne Behinderung" /></a>
<a href='http://birgit-monteiro.de/pilgertour-nach-ahrensfelde/2-gemeinsame-tagespilgertour-von-menschen-mit-und-ohne-behinderung-6/' title='2. Gemeinsame Tagespilgertour von Menschen mit und ohne Behinderung'><img width="150" height="150" src="http://birgit-monteiro.de/wp-content/uploads/IMG_0362-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="2. Gemeinsame Tagespilgertour von Menschen mit und ohne Behinderung" title="2. Gemeinsame Tagespilgertour von Menschen mit und ohne Behinderung" /></a>
</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://birgit-monteiro.de/pilgertour-nach-ahrensfelde/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Pressemitteilung: Menschen mit Behinderung und Seniorinnen und Senioren direkt im Rundfunkrat beteiligen</title>
		<link>http://birgit-monteiro.de/pressemitteilung-menschen-mit-behinderung-und-seniorinnen-und-senioren-direkt-im-rundfunkrat-beteiligen/</link>
		<comments>http://birgit-monteiro.de/pressemitteilung-menschen-mit-behinderung-und-seniorinnen-und-senioren-direkt-im-rundfunkrat-beteiligen/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 24 Apr 2012 21:21:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Birgit Monteiro</dc:creator>
				<category><![CDATA[Menschen mit Behinderung]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Pressemitteilung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://birgit-monteiro.de/?p=1348</guid>
		<description><![CDATA[Die SPD-Fraktion des Abgeordnetenhauses von Berlin hat heute einen Antrag zur Vertretung von Menschen mit Behinderung und von Seniorinnen und Senioren im RBB-Rundfunkrat beschlossen. &#160; Birgit Monteiro, Sprecherin f&#252;r Behindertenpolitik, sagt: &#8220;Ich verstehe diesen Beschluss als eine besondere Anerkennung und Wertsch&#228;tzung von Menschen mit Behinderung und f&#252;r Senioren. Wir k&#246;nnen und wollen auf die direkte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die SPD-Fraktion des Abgeordnetenhauses von Berlin hat heute einen Antrag zur Vertretung von Menschen mit Behinderung und von Seniorinnen und Senioren im RBB-Rundfunkrat beschlossen.</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Birgit Monteiro, Sprecherin f&#252;r Behindertenpolitik, sagt: &#8220;<strong>Ich verstehe diesen Beschluss als eine besondere Anerkennung und Wertsch&#228;tzung von Menschen mit Behinderung und f&#252;r Senioren</strong>. Wir k&#246;nnen und wollen auf die direkte Beteiligung dieser gro&#223;en Bev&#246;lkerungsgruppen &#8211; auch im RBB-Rundfunkrat &#8211; nicht verzichten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Aufgabe des Senates wird es nun sein, diesen Beschluss nach Behandlung im Parlament entweder durch eine Erh&#246;hung der Zahl der Mitglieder des Rundfunkrates von 30 auf 32 oder durch anderweitige Umstrukturierungen umzusetzen.&#8221;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://birgit-monteiro.de/wp-content/uploads/pe_rundfunkrat_vertretung.pdf">Pressemitteilung zum Download (PDF)</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://birgit-monteiro.de/pressemitteilung-menschen-mit-behinderung-und-seniorinnen-und-senioren-direkt-im-rundfunkrat-beteiligen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wie seri&#246;s ist eigentlich die Berichterstattung im Cicero?</title>
		<link>http://birgit-monteiro.de/wie-serios-ist-eigentlich-die-berichterstattung-im-cicero/</link>
		<comments>http://birgit-monteiro.de/wie-serios-ist-eigentlich-die-berichterstattung-im-cicero/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 19 Apr 2012 07:37:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Birgit Monteiro</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Cicero]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://birgit-monteiro.de/?p=1337</guid>
		<description><![CDATA[Gestern fanden Netzfreunde folgenden Beitrag: http://www.cicero.de/blog/stadtgespraech/2012-04-16/abgeordnete-im-netz-ohne-draht-zum-volk Nun freue ich mich nat&#252;rlich, dass der Cicero meine Person f&#252;r wichtig genug befindet, genannt zu werden. Allerdings ist die Art der Berichterstattung doch etwas seltsam, weshalb ich einen Kommentar und folgende Mail an die Redaktion schrieb: Sehr geehrter Herr Christoph Seils, in dem gestrigen Beitrag werde ich namentlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern fanden Netzfreunde folgenden Beitrag:</p>
<p><a href="http://www.cicero.de/blog/stadtgespraech/2012-04-16/abgeordnete-im-netz-ohne-draht-zum-volk">http://www.cicero.de/blog/stadtgespraech/2012-04-16/abgeordnete-im-netz-ohne-draht-zum-volk</a></p>
<p>Nun freue ich mich nat&#252;rlich, dass der Cicero meine Person f&#252;r wichtig genug befindet, genannt zu werden. Allerdings ist die Art der Berichterstattung doch etwas seltsam, weshalb ich einen Kommentar und folgende Mail an die Redaktion schrieb:<span id="more-1337"></span></p>
<blockquote><p><em>Sehr geehrter Herr Christoph Seils,</em></p>
<p><em>in dem gestrigen Beitrag werde ich namentlich genannt.</em></p>
<p><em>Ich hatte nach einem langen Arbeitstag gegen 23 Uhr folgenden Kommentar geschrieben:</em></p>
<p><em>&#8220;Interessante Art der Berichterstattung bei Cicero. Unter der &#220;berschrift &#8220;Abgeordnete im Netz&#8221; berichtet Cicero weder &#252;ber meine Facebook-Seite (passend zum Inhalt des Artikels w&#228;re z.B. mein Eintrag gewesen <a href="http://www.facebook.com/photo.php?fbid=283253581685427&amp;set=a.265970180080434.78049.100000023621013&amp;type=3&amp;theater">http://www.facebook.com/photo.php?fbid=283253581685427&amp;set=a.265970180080434.78049.100000023621013&amp;type=3&amp;theater</a>), noch &#252;ber meine Homepage (<a href="http://www.birgit-monteiro.de/">www.birgit-monteiro.de</a> und speziell den Eintrag <a href="http://birgit-monteiro.de/2011/09/">http://birgit-monteiro.de/2011/09/</a>).</em></p>
<div>
<p><em>Stattdessen wird die Geschwindigkeit kritisiert, mit der meine erste Nachwahlpostkarte, die B&#252;rgerinnen und B&#252;rger in Zeiten moderner Medien erreiche. Die Karte sei 5 Tage nach dem auf ihr benannten B&#252;rgersprechstundentermin bei den B&#252;rgern angekommen. Cicero mag es nicht glauben, aber ich habe bereits vor den Wahlen die B&#252;rger regelm&#228;&#223;ig informiert. Auf meiner letzten Wahlkreispostkarte VOR der Wahl stand ebenfalls der Termin meiner B&#252;rgersprechstunde: Diese findet (seit f&#252;nf Jahren und auch in den n&#228;chsten Jahren) an jedem 3. Mittwoch statt. Auch im Fall meiner Nichtwahl h&#228;tte ich diese Sprechstunde selbstverst&#228;ndlich durchgef&#252;hrt. Aber ich wurde gew&#228;hlt.:-) Sogar direkt. Das hat erstmals nach 20 Jahren eine Sozialdemokratin in diesem, meinem Wahlkreis geschafft. Dazu beigetragen haben wesentlich meine Unterst&#252;tzer. B&#252;rgerinnen und B&#252;rger aus Lichtenberg. Die auf Postkarten und Plakaten mit ihren Namen, ihren Fotos und pers&#246;nlichen Geschichten zu meiner Wahl aufgefordert haben. Alle diese Menschen sind weder SPD-Mitglieder, noch verwandt oder verschw&#228;gert mit mir. Und diese Menschen helfen mir auch jetzt &#8211; nach der Wahl &#8211; rein EHRENAMTLICH, diese Karten, die jeweils Termine f&#252;r ein Quartal beinhalten, in die Briefk&#228;sten zu stecken. Den Gro&#223;teil der 10.000 Karten stecke ich &#252;brigens immer selbst. Vor und nach der Arbeit. An den Wochenenden. Nein, ich kann und will es nicht ausschlie&#223;en, dass auch in den n&#228;chsten Jahren mal die eine oder andere Karte f&#252;nf Tage zu sp&#228;t in einem Briefkasten landet. Besser sp&#228;t als nie!:-) Hier ist &#252;brigens der Stein des Scheinansto&#223;es:-) <a href="http://birgit-monteiro.de/erste-wahlkreispostkarte-nach-der-wahl-verteilt/">http://birgit-monteiro.de/erste-wahlkreispostkarte-nach-der-wahl-verteilt/</a>&#8230; Seit ein paar Tagen wird gerade die zweite Nachwahlpostkarte gesteckt. Seltsam, dass dies dem atemberaubend schnellen Cicero entgangen ist.:-)&#8221;</em></p>
<p><em>Seitdem wird bei Cicero die Freigabe des Kommentars gepr&#252;ft. Ich bitte Sie um schnelle Freigabe. Au&#223;erdem interessiert mich Ihre Meinung zu Art der Recherche und Darstellung in o.g. Artikel.</em></p>
</div>
<p><em>Mit freundlichem Gru&#223;</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Birgit Monteiro</em></p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://birgit-monteiro.de/wie-serios-ist-eigentlich-die-berichterstattung-im-cicero/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Zweite Wahlkreispostkarte nach der Wahl wird in diesen Tagen verteilt</title>
		<link>http://birgit-monteiro.de/zweite-wahlkreispostkarte-nach-der-wahl-wird-in-diesen-tagen-verteilt/</link>
		<comments>http://birgit-monteiro.de/zweite-wahlkreispostkarte-nach-der-wahl-wird-in-diesen-tagen-verteilt/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 19 Apr 2012 07:11:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Birgit Monteiro</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://birgit-monteiro.de/?p=1320</guid>
		<description><![CDATA[&#160; In diesen Tagen verteile ich gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfern meine 2. Wahlkreispostkarte nach der Wahl. Vielleicht sollte ich zuk&#252;nftig die Abk&#252;rzungen vdW und ndW einf&#252;hren? Obwohl ja nach der Wahl auch immer bereits vor der Wahl ist….:-) Aber zur&#252;ck zur Postkarte: Das Besondere an dieser Karte ist, dass ich die B&#252;rgerinnen und B&#252;rger bitte, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a href="http://birgit-monteiro.de/wp-content/uploads/Image11.png"><img class="aligncenter  wp-image-1321" title="Image1" src="http://birgit-monteiro.de/wp-content/uploads/Image11.png" alt="" width="548" height="259" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>In diesen Tagen verteile ich gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfern meine 2. Wahlkreispostkarte nach der Wahl. Vielleicht sollte ich zuk&#252;nftig die Abk&#252;rzungen vdW und ndW einf&#252;hren? Obwohl ja nach der Wahl auch immer bereits vor der Wahl ist….:-)</p>
<p>Aber zur&#252;ck zur Postkarte: Das Besondere an dieser Karte ist, dass ich die B&#252;rgerinnen und B&#252;rger bitte, mir ihre Lebensweisheiten mitzuteilen. Diesen Erfahrungsschatz m&#246;chte ich dann gern in geeigneter Weise ver&#246;ffentlichen. Ich bin gespannt!</p>
<div> </div>
<p><a href="http://birgit-monteiro.de/wp-content/uploads/Termine_2012_2_web.pdf">Meine Postkarte zum Herunterladen (PDF)</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://birgit-monteiro.de/zweite-wahlkreispostkarte-nach-der-wahl-wird-in-diesen-tagen-verteilt/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Termin: gemeinsame Tagespilgertour von Menschen mit und ohne Behinderung</title>
		<link>http://birgit-monteiro.de/termin-gemeinsame-tagespilgertour-von-menschen-mit-und-ohne-behinderung/</link>
		<comments>http://birgit-monteiro.de/termin-gemeinsame-tagespilgertour-von-menschen-mit-und-ohne-behinderung/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 18 Apr 2012 20:18:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Birgit Monteiro</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlin-Brandenburg entdecken]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen mit Behinderung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://birgit-monteiro.de/?p=1334</guid>
		<description><![CDATA[Am 28. April startet um 11 Uhr am S-Bahnhof K&#246;penick die Tagespilgertour von Menschen mit und ohne Behinderung. &#160; Es ist jeder herzlich dazu eingeladen, uns bei hoffentlich sch&#246;nstem Wetter auf unserem Weg durch die Natur zu begleiten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am <strong>28. April</strong> startet um <strong>11 Uhr</strong> am <strong>S-Bahnhof K&#246;penick</strong> die Tagespilgertour von Menschen mit und ohne Behinderung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Es ist jeder herzlich dazu eingeladen, uns bei hoffentlich sch&#246;nstem Wetter auf unserem Weg durch die Natur zu begleiten.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://birgit-monteiro.de/termin-gemeinsame-tagespilgertour-von-menschen-mit-und-ohne-behinderung/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Kleine Anfrage: Gleichberechtigte Kommunikation geh&#246;rloser Menschen erm&#246;glichen!</title>
		<link>http://birgit-monteiro.de/kleine-anfrage-gleichberechtigte-kommunikation-gehorloser-menschen-ermoglichen/</link>
		<comments>http://birgit-monteiro.de/kleine-anfrage-gleichberechtigte-kommunikation-gehorloser-menschen-ermoglichen/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 17 Apr 2012 19:12:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Birgit Monteiro</dc:creator>
				<category><![CDATA[Menschen mit Behinderung]]></category>
		<category><![CDATA[Gehörlose]]></category>
		<category><![CDATA[kleine Anfrage]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://birgit-monteiro.de/?p=1314</guid>
		<description><![CDATA[Noch viel zu oft erlebe ich, dass geh&#246;rlose Menschen von gleichberechtigter Kommunikation ausgeschlossen sind. Kein Dolmetscher. Kein Geld. Schweigen. Dies ist nicht akzeptabel. Mit parlamentarischen Antr&#228;gen und Anfragen bin ich seit Jahren an dem Thema dran.  Im Januar dieses Jahres stellte ich beiliegende Kleine Anfrage, die zeigt, was bereits erm&#246;glicht wird, aber auch, wo es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Noch viel zu oft erlebe ich, dass geh&#246;rlose Menschen von gleichberechtigter Kommunikation ausgeschlossen sind. Kein Dolmetscher. Kein Geld. Schweigen.</p>
<p>Dies ist nicht akzeptabel. Mit parlamentarischen Antr&#228;gen und Anfragen bin ich seit Jahren an dem Thema dran. <span id="more-1314"></span></p>
<p>Im Januar dieses Jahres stellte ich beiliegende Kleine Anfrage, die zeigt, was bereits erm&#246;glicht wird, aber auch, wo es hakt. Zur Kommunikation geh&#246;rloser Eltern in Schulen wird z.B. gesagt, <em>&#8220;…dass Aufwendungen f&#252;r Geb&#228;rdendolmetscher bei Elternabenden von l&#228;ngerer Dauer als zwei Stunden nur erstattet werden, wenn die Schule die Erforderlichkeit der Kommunikation best&#228;tigt.&#8221;</em></p>
<p>Ich bin selbst Mutter von zwei schulpflichtigen Kindern und kann mich an wenige Elternabende erinnern, die nicht mindestens 2,5 Stunden dauerten. Die Erstattung der Kosten des Geh&#246;rlosen erfolge per Antrag &#252;ber das Bezirksamt. Hut ab vor jedem, der unter diesen Bedingungen an einem Elternabend teilnimmt, Antr&#228;ge stellt, Best&#228;tigungen einholt. Traurig finde ich au&#223;erdem, wie oft nach einer achtw&#246;chigen Bearbeitungszeit der Kleinen Anfrage geantwortet wurde: <em>&#8220;Eine Abfrage bei den Bezirken war in der K&#252;rze der zur Verf&#252;gung stehenden Zeit der Beantwortung nicht m&#246;glich.&#8221;</em> Und ich dachte immer, die Zeit der Kommunikation per Postkutsche sei vorbei.</p>
<p>Weiter hei&#223;t es, dass bei einer Abfrage im Jahr 2009 von den Verwaltungen nur 504 Eins&#228;tze von Geb&#228;rdensprachdolmetschern abgerechnet worden seien. Wegen der geringen Zahl werde eine Bedarfsplanung nicht f&#252;r notwendig erachtet. Diese Argumentation &#252;berrascht nun selbst Lieschen M&#252;ller. Werden nicht Dolmetscherleistungen oft mit Verweis auf die zu hohen Kosten abgelehnt? Oder wegen der b&#252;rokratischen H&#252;rden gar nicht mehr abgefragt? M&#252;ssten bei einer so geringen Zahl nicht bei den Zust&#228;ndigen die Alarmglocken l&#228;uten? Eine gewisse Ratlosigkeit ob der Differenz zwischen der in der Kleinen Anfrage dargestellten Wirklichkeit und der erlebten Wirklichkeit Betroffener bleibt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://birgit-monteiro.de/wp-content/uploads/ka17-10108_16.03.12_Antw_Geh&#246;rlose.pdf">Kleine Anfrage als PDF zum herunterladen</a>.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://birgit-monteiro.de/kleine-anfrage-gleichberechtigte-kommunikation-gehorloser-menschen-ermoglichen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Zum Equal Pay Day – Aktion der SPD-Fraktion gegen Lohnungleichheit am 23. M&#228;rz</title>
		<link>http://birgit-monteiro.de/zum-equal-pay-day-aktion-der-spd-fraktion-gegen-lohnungleichheit-am-23-marz/</link>
		<comments>http://birgit-monteiro.de/zum-equal-pay-day-aktion-der-spd-fraktion-gegen-lohnungleichheit-am-23-marz/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 20 Mar 2012 22:15:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Birgit Monteiro</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Lohnungleichheit]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://birgit-monteiro.de/?p=1309</guid>
		<description><![CDATA[Die SPD-Fraktion des Berliner Abgeordnetenhauses setzt am 23. M&#228;rz 2012 zum Equal Pay Day ein Zeichen gegen Lohnungleichheit. Mit Postkarten und Geldbeuteln treten wir unter dem Motto &#8220;Wir wollen im Frauenportemonnaie genau so viel Geld wie in der M&#228;nnerbrieftasche&#8221; f&#252;r den Abbau von Lohnunterschieden ein. An der Aktion nehmen die frauenpolitische Sprecherin Dr. Ina Czyborra, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://birgit-monteiro.de/wp-content/uploads/DSCF0509.jpeg"><img class="alignright size-full wp-image-1311" title="DSCF0509" src="http://birgit-monteiro.de/wp-content/uploads/DSCF0509.jpeg" alt="" width="320" height="240" /></a>Die SPD-Fraktion des Berliner Abgeordnetenhauses setzt am 23. M&#228;rz 2012 zum Equal Pay Day ein Zeichen gegen Lohnungleichheit. Mit Postkarten und Geldbeuteln treten wir unter dem Motto &#8220;Wir wollen im Frauenportemonnaie genau so viel Geld wie in der M&#228;nnerbrieftasche&#8221; f&#252;r den Abbau von Lohnunterschieden ein. An der Aktion nehmen die frauenpolitische Sprecherin Dr. Ina Czyborra, die arbeitsmarktpolitische Sprecherin Birgit Monteiro und weitere Abgeordnete teil. Die Aktion findet statt:</p>
<p><strong>Freitag, 23. M&#228;rz 2012</strong><br />
<strong>8.00 Uhr</strong><br />
<strong>U-Bahnhof Potsdamer Platz (vor Balzac)</strong><span id="more-1309"></span></p>
<p>Der Aktionstag Equal Pay Day markiert in Deutschland jenen Zeitraum, den Frauen &#252;ber den Jahreswechsel hinaus l&#228;nger arbeiten m&#252;ssen, um auf das durchschnittliche Jahresgehalt von M&#228;nnern zu kommen. In Deutschland verdienen Frauen im Durchschnitt 23 Prozent weniger als ihre m&#228;nnlichen Kollegen.</p>
<p>Die SPD-Fraktion des Berliner Abgeordnetenhauses will gleichen Lohn f&#252;r gleiche oder gleichwertige Arbeit. Deshalb schreiben wir diesen Grundsatz im neuen Vergabegesetz f&#252;r das Land Berlin fest, genau wie einen Mindestlohn von 8,50 Euro.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://birgit-monteiro.de/zum-equal-pay-day-aktion-der-spd-fraktion-gegen-lohnungleichheit-am-23-marz/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wertediskussion: Gastbeitrag meines Freundes Kurt Hemmerlein, der nicht locker l&#228;sst mit der Frage, in was f&#252;r einer Gesellschaft wir eigentlich leben wollen</title>
		<link>http://birgit-monteiro.de/wertediskussion-gastbeitrag-meines-freundes-kurt-hemmerlein-der-nicht-locker-lasst-mit-der-frage-in-was-fur-einer-gesellschaft-wir-eigentlich-leben-wollen/</link>
		<comments>http://birgit-monteiro.de/wertediskussion-gastbeitrag-meines-freundes-kurt-hemmerlein-der-nicht-locker-lasst-mit-der-frage-in-was-fur-einer-gesellschaft-wir-eigentlich-leben-wollen/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 12 Mar 2012 21:22:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Birgit Monteiro</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gastbeiträge]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Gastbeitrag]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://birgit-monteiro.de/?p=1279</guid>
		<description><![CDATA[Werte, was sind das? Der Wert eines Gegenstandes, einer Leistung? Der Wert der Freiheit, des Lebens, der menschlichen W&#252;rde? Sind Werte wie Ehrlichkeit, Toleranz, Hilfsbereitschaft damit gemeint? Welchen Platz haben Freundschaft, Liebe, N&#228;chstenliebe in unserer Gesellschaft? F&#246;rdern wir den Stellenwert dieser Werte? Wie unterschiedlich kann der Wert bestimmter Bereiche f&#252;r den einzelnen sein? Wer krank [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Werte, was sind das? Der Wert eines Gegenstandes, einer Leistung? Der Wert der Freiheit, des Lebens, der menschlichen W&#252;rde?</strong> Sind Werte wie Ehrlichkeit, Toleranz, Hilfsbereitschaft damit gemeint? Welchen Platz haben Freundschaft, Liebe, N&#228;chstenliebe in unserer Gesellschaft? F&#246;rdern wir den Stellenwert dieser Werte? Wie unterschiedlich kann der Wert bestimmter Bereiche f&#252;r den einzelnen sein? Wer krank ist, wird besonderen Wert auf ein gutes Gesundheitssystem legen. Familien mit Kindern auf das Bildungssystem. Anderen wieder ist der &#246;ffentliche Nahverkehr viel wert, Autofahrern die freie Fahrt, dem Hausbesitzer die Ruhe vor Flugl&#228;rm, dem Million&#228;r der freie Finanzmarkt. Wo muss das eine beginnen, das andere enden? Sind das alles spezielle Dinge, die miteinander nichts tun haben? Haben sie das wirklich nicht? Ist es nicht vielleicht so, dass immer mehr Partikularinteressen in den Vordergrund ger&#252;ckt werden (teile und herrsche?) und eine gesamtgesellschaftliche Sicht fehlt? Wenn aber immer nur das Detail betrachtet wird, kann eine Entscheidung, die f&#252;r den speziellen Bereich richtig ist, trotzdem falsch sein. Wem die gro&#223;e Richtung fehlt, dem fehlt auch der Gradmesser f&#252;r die kleinen Entscheidungen auf dem Wege. Wie hei&#223;t es so treffend: Wer nicht wei&#223;, wohin er segeln m&#246;chte, f&#252;r den ist kein Wind der richtige. Dies merkt man allerorten und in allen Bereichen. Umwelt, Verkehrspolitik, Jugendpolitik, Bildung, Gesundheit, Rente&#8230;</p>
<p>Es werden Ziele dargestellt, die offensichtlich gar nicht angestrebt werden, die wahren Gr&#252;nde bleiben oft im Dunkeln.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Daf&#252;r einige Beispiele:</p>
<p><span id="more-1279"></span><strong>Solarenergie:</strong> Vor Jahren wurde beschlossen, die Erzeugung von “alternativer” oder erneuerbarer Energie durch Windkraftanlagen oder Photovoltaikanlagen umfangreich zu f&#246;rdern. Wo aber waren die Berechnungen daf&#252;r, inwieweit sich solche Anlagen in unseren Breiten –immerhin der 53ste Breitengrad – rentieren? Welche Laufzeit braucht eine Anlage, um den f&#252;r sie ben&#246;tigten Kostenaufwand (auch Energie!) wieder einzuspielen und welche M&#246;glichkeiten gibt es, die erzeugten Energiemengen geschickt zu verwerten, denn wenn ich nach Hause komme, Licht einschalte, koche, scheint die Sonne meist nicht mehr. Es gibt keine rentablen Speicher f&#252;r die Energie&#8230;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Durch eine gro&#223;z&#252;gige F&#246;rderpolitik – der Preis f&#252;r die Abnahme der Solarenergie betr&#228;gt mehr als das Doppelte des Bezugspreises von Energie – entstanden zahlreiche Anlagen. Zu viele, wie man nun feststellte. Diese kosten zuviel Geld (eine andere Bewertung findet ja nicht statt). Also wird die F&#246;rderung zur&#252;ck geschraubt. Was aus den vielen inzwischen entstandenen Firmen wird, die mit der Errichtung der Anlagen ihr Geld verdienen, wurde bei der jetzigen Entscheidung sicher nicht ber&#252;cksichtigt. Denn wenn sich nicht, wie jetzt nach ca. 18 Jahren eine solche Anlage rentiert, wird auch keiner eine errichten und ohne die F&#246;rderung ist dies in unseren Breiten nun mal nicht der Fall. W&#228;re alles richtig benannt und bewertet, h&#228;tte es die F&#246;rderung vielleicht nie gegeben. Sollte aber die berechtigte Sorge vor einem Ende fossiler Energien urspr&#252;nglich dahinter gesteckt haben, m&#252;sste dann nicht ein viel umfangreicherer Aktionskatalog aufgestellt werden?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Abwrackpr&#228;mie:</strong> Um die Wirtschaftskrise abzumildern, gab es in Deutschland die Abwrackpr&#228;mie. Sie sollte auch dazu dienen, alte, un&#246;kologische Autos durch neue zu ersetzen und damit der Umwelt n&#252;tzen. Doch fand dies wirklich statt? Ein Auto verbraucht w&#228;hrend seiner durchschnittlichen Betriebszeit soviel Energie in Form von Treibstoff, wie zu seiner Herstellung erforderlich ist. Das bedeutet, dass sich die Energiebilanz eines jeden Autos verbessert (nat&#252;rlich abh&#228;ngig vom Kraftstoffverbrauch), umso l&#228;nger es benutzt wird. Zumindest in einigen Regionen der USA (das Steuerrecht ist nicht einheitlich im Land) wird das Auto nach dem Zeitwert besteuert, d.h. f&#252;r ein altes Auto zahlt man wenig Steuern und hat einen Anreiz, dies m&#246;glichst lange zu benutzen. Ist das nicht vielleicht &#246;kologischer als unsere Abwrackpr&#228;mie? Aber wir sollen ja m&#246;glichst schnell schon wieder als Beta-Tester auf E-Autos umsteigen. Wo die Elektroenergie herkommt ist uns doch egal&#8230;</p>
<p>Sollte man stattdessen, wenn es wirklich um die Umwelt geht, nicht &#228;hnlich wie D&#228;mmwerte f&#252;r H&#228;user und Standby-Werte f&#252;r Elektroger&#228;te auch Energieverbr&#228;uche f&#252;r Autos verbindlich vorgeben? Auch hier gab es wieder nur einen kurzfristigen Effekt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Flughafen, Bahnprojekte u.&#228;.:</strong></p>
<p>Bei all diesen Bauvorhaben stellt sich immer die Frage der Notwendigkeit und des Nutzens. Jemand der in der Einflugschneise wohnt, nie verreist, ist halt nur Betroffener.</p>
<p>Genauso vorstellbar ist der umgekehrte Fall. Bedeutet das nicht, dass eine breite Teilhabe der Menschen auch eine h&#246;here Bereitschaft f&#252;r Einbu&#223;en an anderer Stelle erzeugt? Dazu kommt Ehrlichkeit, Offenheit in der Argumentation. Au&#223;erdem muss das Vorhaben insgesamt einen Schritt in die beabsichtigte vorher definierte Richtung darstellen (gegenteiliges Beispiel &#214;kosteuer auf Benzin und Diesel zur Rentenfinanzierung). Dann kann abgesch&#228;tzt werden, ob der Wert f&#252;r die Gemeinschaft &#252;berwiegt oder die dadurch entstehenden Nachteile nicht hingenommen werden k&#246;nnen. Atomenergie w&#228;re hier auch ein gutes Beispiel.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Zuletzt noch zur EU.</strong></p>
<p>Griechenland m&#252;sse seine Wirtschaft auf Vordermann bringen, wettbewerbsf&#228;higer werden, dann w&#252;rden auch die Probleme im Lande geringer werden. W&#252;rden sie aber vielleicht damit woanders – also durchaus auch bei uns &#8211; nicht gr&#246;&#223;er werden? Woran fehlt es, wenn man den Supermarkt betritt, die Einkaufstempel? Auf welchen Gegenstand, den man bei Amazon bestellt, muss man l&#228;nger als 3 Tage einschlie&#223;lich Versand warten? Was soll also produziert werden und wozu? M&#252;sste die Krise nicht vielmehr Anlass sein zu hinterfragen, was wir als Menschheit erreichen wollen und wozu? Muss es immer h&#246;her, weiter, schneller Wachstum sein, zumal jedem klar sein m&#252;sste, dass ein lineares Wachstum einen logarithmischen Anstieg der Produktion zur Folge hat, der irgendwann unn&#252;tz ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Die Beispiele k&#246;nnte man zahlreich fortsetzen</strong> und sicher auch eine Hitliste der Widerspr&#252;chlichkeiten und des Irrsinns aufstellen. Aber zu einem grundlegenden Umdenken, einer neuen Bewertung unserer Ideale, zu einer &#220;berpr&#252;fung, ob unser Weg der Richtige ist, f&#252;hrt es offensichtlich nicht.</p>
<p>So bleiben wir weiter im Zwiespalt mit uns selbst, k&#246;nnen Verantwortlichkeiten delegieren oder zumindest von uns weisen.</p>
<p>Es w&#252;rde gerade uns als Sozialdemokraten zustehen, diese Diskussion zu f&#252;hren und in unsere Programme einflie&#223;en zu lassen. Anderenfalls wird das Diktat des Geldes, des Gewinnstrebens immer ungebremster die Richtung vorgeben, da hier die Definition des Weges einfach f&#228;llt und ebenso die Einsch&#228;tzung, ob eine Entscheidung diesem Ziel dient oder nicht.</p>
<p style="text-align: right;"><em>Kurt Hemmerlein</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://birgit-monteiro.de/wertediskussion-gastbeitrag-meines-freundes-kurt-hemmerlein-der-nicht-locker-lasst-mit-der-frage-in-was-fur-einer-gesellschaft-wir-eigentlich-leben-wollen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

<!-- Dynamic Page Served (once) in 1.343 seconds -->
<!-- Cached page served by WP-Cache -->

