Das Gesicht der Sozialdemokratie

Wie sieht der Bürger, der Nachbar die SPD? Sah er gestern Franz Müntefering und heute Sigmar Gabriel? Sieht er eine Partei, der er vertraut? Eine Partei, der er die Lösung der Probleme, die ihn wirklich bewegen, zutraut?

Und wie sehen wir uns selbst? Vertrauen wir uns selbst? Ganz allgemein gefragt? Und auch ganz konkret, wenn wir uns selbst anschauen? Sehe ich neben mir den Kämpfer für gemeinsame Belange? Oder eher den, der , wenn man einen Moment unachtsam ist, das eine oder andere Bein stehen lässt, nicht stellt, nein, das würde niemand tun.

Befördern wir uns gegenseitig, weil wir wissen, dass wir nur gemeinsam gewinnen können? Diskutieren wir miteinander nicht der persönlichen Profilierung willen, sondern verbunden in der gemeinsamen Suche nach Lösungen?

Das Gesicht der Sozialdemokratie das sind wir alle, das ist jeder von uns. Auch darum ging es auf der Klausurtagung Anfang November. Wie gut kennen wir die Bürger, die Nachbarn? Und wie gut kennen sie uns? Wollen wir warten, bis irgendwie irgendwann vielleicht und hoffentlich und möglicherweise die Stimmung dreht und die Sozialdemokratie sich wieder im wärmenden Licht der Sympathie sonnen kann? Oder machen wir uns selbst auf den Weg? Jeder von uns?! Auf einen Weg, der keine Garantie auf Erfolg hat. Der beschwerlich und steinig ist. Der uns den Bürgern näher bringt. Gehen wir dorthin, wo Menschen sich treffen. In Vereine, Initiativen, Elternvertretungen, Kirchen und und und… Gehen wir dorthin nicht nur einmal, sondern engagieren wir uns verlässlich, d.h. Monate und Jahre. Geben wir uns als Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten nicht durch Sonntagsreden, sondern durch Taten zu erkennen. Jeden Tag. Jeder und jede von uns.

Birgit Monteiro