Alles Gute zu 30 Jahren Hohenschönhausen!

 

Liebe Hohenschönhausenerinnen und Hohenschönhausener,

in diesem Jahr feiern wir den 30. Geburtstag des Neubaugebietes Hohenschönhausen.
Das Datum markiert die Gründung des damaligen Bezirks. 30 Jahre sind nicht viel für ein Wohngebiet. Doch in dieser kurzen Zeit ist bereits viel passiert.

Der Aufbau der Großsiedlung Neu-Hohenschönhausen hatte bereits vor der Bezirksgründung auf den ehemaligen Rieselfeldern zwischen den Stadtranddörfern Malchow, Wartenberg und Falkenberg und den Altbaugebieten von Hohenschönhausen begonnen. 30.000 Wohnungen wurden zwischen 1984 und 1990 gebaut und in wenigen Jahren die Zahl von 118.000 Einwohnern erreicht. Die verkehrliche Anbindung der neuen Großsiedlung wurde gesichert, es entstand außerdem eine völlig neue Infrastruktur mit allen notwendigen öffentlichen Einrichtungen, wie Schulen, Kitas, Bibliothek, Einkaufsmöglichkeiten und Anlagen zur Erholung. Die Wohnungen waren beliebt, nicht nur wegen des allgemeinen Wohnungsmangels zu dieser Zeit, sondern auch wegen der vergleichsweise modernen Ausstattung.

Dann kam die Wende und mit ihr einher gingen enorme Umbrüche im politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und für viele ebenfalls im privaten Bereich. Hohenschönhausen blieb davon natürlich nicht ausgenommen. Nachbarn verließen den Bezirk in Richtung Westen, Stadtzentrum oder Umland. Neue Nachbarn kamen hinzu und bezogen die frei gewordenen Wohnungen. Hohenschönhausen kam quasi in die Pubertät.
Eine weitere Umwälzung erfolgte im Jahr 2001, als Hohenschönhausen im Rahmen der Bezirksfusion mit Lichtenberg zu einem gemeinsamen Bezirk verschmolz.

Hohenschönhausen ist inzwischen erwachsen geworden – und trotzdem jung geblieben: Es gibt viele Familien mit Kindern, auch wegen der im Berliner Vergleich bezahlbaren Mieten und des von Anfang an guten Angebotes an Kindertagesstätten und Schulen. Unser Leitbild des familiengerechten Bezirks ist für die Hohenschönhausener schon seit langem Alltag. Die Menschen wohnen gerne hier.

Die Entwicklung geht weiter, das zeigen u.a. die Wiedereröffnung des Hansa-Centers in diesem Jahr und zahlreiche Neubauprojekte von der HOWOGE und anderen Wohnungsgenossenschaften. Ich bin mir sicher: Hohenschönhausen wird sich auch in den nächsten 30 Jahren wandeln und sich dennoch treu bleiben. Ich gratuliere herzlich zum 30. Geburtstag und wünsche den Menschen, die dort leben und dem Stadtteil für die nächsten 30 Jahre alles erdenklich Gute!

Hier finden Sie meine Laudatio, die ich auf der Sondersitzung der Bezirksverordnetenversammlung zu diesem Jubiläum gehalten habe:

Liebe Hohenschönhausenerinnen und Hohenschönhausener, liebe Lichtenbergerinnen und Lichtenberger,

Es wurde in diesem Jahr bereits viel gefeiert und viel gesagt….. anlässlich der Gründung des damals eigenständigen Bezirks Hohenschönhausen vor 30 Jahren, finden Sie wunderbare Beiträge in der druckfrischen Ausgabe der Rathausnachrichten.

Gestatten Sie mir lediglich 30 kurze Sätze:

(1) Wir alle beobachten, dass dieser 30. Geburtstag, dass dieses Wir-sind-Hohenschönhausener vielen Menschen sehr, sehr wichtig ist, und das hat gar nicht so viel mit dem formalen Akt der Bezirksgründung zu tun…

(2) Ein Blick zurück: Der Bau von 30.000 Wohnungen innerhalb kürzester Zeit, eine gute verkehrliche Anbindung an das Stadtzentrum. Kitas, Schulen, Bibliothek, Einkaufsmöglichkeiten: All das war eine logistische Meisterleistung.

(3) Die Wohnungen waren beliebt, nicht nur wegen des allgemeinen Wohnungsmangels zu dieser Zeit, sondern auch wegen der vergleichsweise modernen Ausstattung.

(4) 1989 die Wende – nicht von allein, sondern durch aktives Handeln von Bürgerinnen und Bürger – und mit ihr einher gingen enorme Umbrüche im politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und für viele ebenfalls im privaten Bereich – Hohenschönhausen blieb davon natürlich nicht ausgenommen.

(5) Nachbarn verließen den Bezirk in Richtung Westen, Stadtzentrum oder Umland. Neue Nachbarn kamen hinzu und bezogen die frei gewordenen Wohnungen.

(6) Mit der Wiedervereinigung 1990 bekam das zivilgesellschaftliche Leben neuen Schwung.

(7) Viele Vereine gründeten sich, die auch noch bis heute bestehen.

  • Die Bürgerinitiative Ausländische Mitbürger in Hohenschönhausen,
  • Der Turn-  und Sportverein Hohenschönhausen,
  • Der Heimatverein Hohenschönhausen
  • Die Galerie Arcus im Warnitzer Bogen
  • Kietz für Kids…

>>> Sie alle feiern dieses Jahr ihren 25. Geburtstag.

(8) Zur Geschichte gehört aber auch, dass im selben Jahr der Hohenschönhausener Arbeitslosenverein gegründet wurde.

(9) Schatten. Und süße Wirtschaftskraft in Büchsen und Flaschen: Coca Cola eröffnet die damals weltgrößte Abfüllanlage und war damit der erste neue Großbetrieb in Hohenschönhausen: In Zeiten des Wandels fast schon eine Ewigkeit hier und immer noch sehr erfolgreich.

(10) Auch 1990 wurde die Howoge gegründet, erfolgreicher als das damalige Lichtenberger Unternehmenspendant: Die HOWOGE hat viel mit dem Erfolg Hohenschönhausens zu tun… Denn bei ihr gilt: HOWOGE mehr als gewohnt.

(11) Der Verein für ambulante Versorgung folgte 1991, wuchs und etablierte sich – ist heute als STZ und Träger verschiedenster Angebote geschätzt im Bezirk.

(12) Nicht vergessen werden darf , dass Hohenschönhausen mit der Wende noch nicht fertig gebaut war.

(13) Die Wohnhäuser standen zwar, aber es fehlte u.a. ausreichenden Einkaufsmöglichkeiten.

(14) Das wurde umso deutlicher, als mit der Währungsunion auch die Vielfalt der angebotenen Waren deutlich anstieg.

(15) Der Mangel an Verkaufsfläche wurde 1995 mit der Eröffnung des LindenCenters behoben, das dieses Jahr sein 20. Jubiläum feiert.

(16) Im LindenCenter fand auch die Anna-Seghers-Bibliothek ein neues Zuhause am alten Standort.

(17) Eine weitere Umwälzung erfolgte im Jahr 2001, als Hohenschönhausen im Rahmen der Bezirksfusion mit Lichtenberg zu einem gemeinsamen Bezirk verschmolz.

(18) Lichtenberg und HsH mussten sich erst einmal kennen und lieben lernen. Dieses Experiment ist aus meiner Sicht geglückt. Viele Hohenschönhausener sagen mir, dass Sie sich durchaus auch als Lichtenberger fühlen. Und dennoch Hohenschönhausener sind…. und auch diese Ansprache mögen…

(19) Hohenschönhausen ist also ein Teil des gemeinsamen Bezirkes geworden und zugleich Hohenschönhausen geblieben.

(20) Es gibt viele Familien mit Kindern, auch wegen der im Berliner Vergleich bezahlbaren Mieten und des von Anfang an guten Angebotes an Kindertagesstätten und Schulen.

(21) Unser Leitbild des familiengerechten Bezirks ist für die Hohenschönhausener schon seit langem Alltag. Die Menschen wohnen gerne hier.

Und sie sind von einem besonderen Schlag.

(22) Vielleicht trugen die in den 90er Jahren gewachsenen Vorurteile,  über diesen Ortsteil, die Behauptung dagegen, das Bewahren von Stolz und Selbstachtung/ Selbstbestimmtheit dazu bei, dass die aus allen Teilen Deutschlands zugezogenen Hohenschönhausener zu einer gemeinsamen Identität gefunden haben.

(23) Sie sind taff, lassen sich nicht unterkriegen und stehen gemeinsam füreinander ein.

(24) Soziale Medien, auf der Höhe der Zeit: Hohenschönhausener Gruppe auf FB: Keine andere Ortsgruppe ist so groß, so aktiv und so voller Hilfsangebote für die Nachbarn, wie die Hohenschönhausener Gruppe.

(25) Die Entwicklung Hohenschönhausens geht weiter, das zeigen u.a. die Wiedereröffnung des Hansa-Centers, Neubauprojekte von Howoge und Wohnungsgenossenschaften, das Fassadengemälde am Warnitzer Bogen, gelebte Willkommenskultur rund um das Containerdorf in Falkensee, in der Degnerstraße und andernorts, die kleinen, aber stetigen Baufortschritte am Schloss Hohenschönhausen, der inklusive Triathlon am Orankesee, die neue, von Bürgerinnen und Bürgern finanzierte Statue Elegie am Obersee… und unendlich vieles mehr

(26) Hohenschönhausen wächst weiter.

(27) Die Veranstaltung der Henselmannstiftung in der letzten Woche zu 30 Jahren Großsiedlung Hohenschönhausen hat dafür spannende Impulse gegeben, die Bezirksamt und Zivilgesellschaft aufnehmen sollten.

(28) Ich bin mir sicher: Hohenschönhausen wird sich auch in den nächsten 30 Jahren wandeln und sich dennoch treu bleiben.

(29) Das liegt vor allem an seinen Bürgerinnen und Bürgern, an den freien Trägern und den gewerblichen Akteuren, an der tollen Arbeit in den kommunalen Einrichtungen.

(30) Man sagt: Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers: In diesem Sinne gratuliere nochmals herzlich zum 30. Geburtstag und wünsche, den Menschen, die hier leben und für ihren Stadtteil brennen und uns allen gemeinsam für die nächsten 30 Jahre alles erdenklich Gute!